Birgit Vanderbeke erzählt von Deutschland und von Frankreich, von Abschied und Willkommen in der Ferne, von der Alltäglichkeit der Angst und der Beiläufigkeit aller Abschiede. Lauter merkwürdige Sachen erlebt die Erzählerin, bevor sie Berlin verläßt und nach Süden fährt, nichts davon so harmlos, daß sie es als selbstverständlich bezeichnen könnte. Das Selbstverständliche findet sie erst in der Fremde: in Gesprächen, die nichts als Gespräche sein wollen, im zerzausten Fell einer räudigen Katze, in einem silbergrauen Himmel hinter silbergrauen Baumreihen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Nie war Birgit Vanderbeke der Gefahr des Kitsches so nahe wie in ihrer neuen Erzählung "Ich sehe was, was Du nicht siehst", meint Charlotte Brombach. Ihrer Meinung nach steckt die Autorin Vanderbeke in der Bredouille: Sie will über Schönheit, Zufriedenheit und Glück schreiben. Doch wie übersetzt man dies in Sprache, "ohne dass jene trügerische Harmonie entsteht, die so eng mit Verklärung und Langeweile verwandt ist". Ganz gelungen, meint Brombach, ist diese Übersetzung Vanderbeke nicht, sie rettet sich allerdings mit Ironie und kleinen Katastrophen. Und mit ihrem unverwechselbaren Ton, den sie durchhält, so Brombach, während ihre Figuren "leichtfüßig naiv-gewieft schwadronierend durchs Leben lavieren".
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