Aus dem Dänischen von Gabriele Haefs. Die Karibik mitten im 17. Jahrhundert. Tom Collins, der auf der Insel Nevis lebt, rettet eines Nachts beim Fischen zwei Schiffbrüchigen das Leben. Der eine ist Ramon, ein sagenhafter Lügenbold, der andere ein junger schwarzer Sklave, der sich als Prinz Faisal entpuppt. Wer ihm hilft, zu seinem Vater zurückzukehren, wird reich belohnt werden. Tom und Ramon beschließen, die Belohnung zu teilen, doch plötzlich sind Ramon und Faisal verschwunden. Ohne Tom! Er wird sich seinen Anteil holen. Eine Odyssee um die halbe Welt beginnt ...
Diese Geschichte eines Fischerjungen, der es bis zum Sklavenaufseher und darüber hinaus bringt, hat Reinhard Osteroth ausnehmend gut gefallen. Eingebettet in eine wohl als "Hommage" an Stevensons Schatzinsel gedachte Rahmenhandlung, nimmt sie auch von dort ihre "Kursbestimmung" auf, so Osteroth, und geht auf große Fahrt und mit vollen Segeln durch die Geschichte von Irland über die Karibik nach Kap Verde. Tatsächlich aber handelt es sich, meint Osteroth, nicht nur um die diversen zu bestehenden Abenteuer, sondern vor allem, wie das so ist, um eine Passage "vom tapferen Knaben zum beherzten Seefahrer" und damit "den untergründigen Traum" von der Freiheit und einer Suche nach sich selbst. Der Rezensent ist "begeistert", auch wenn am Ende kaum die Rede mehr ist von "Gold und Seidenhosen".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002
Siggi Seuss fallen angesichts dieses Buches sämtliche Seefahrergeschichten wieder ein, die er je gelesen hat. Begeistert erzählt er die Geschichte vom armen Jungen nach, der zwei überlebende eines Schiffsbruchs aus dem Meer fischt und sich dafür reiche Belohnung erhofft. Als die zwei verschwinden, beginnt für ihn eine abenteuerliche Odyssee nach den vermeintlichen Betrügern. Fremde Länder, gefährliche Situationen, Piraten, alles das findet man in dieser "einzigartigen Hommage" an Abenteuer-Schriftsteller wie Mark Twain, Daniel Defoe Robert Louis Stevenson oder Jack London, schwärmt Seuss. Deren viel gerühmte Abenteuerromane rufe der dänische Jugendbuchautor mit "unwahrscheinlicher Leichtigkeit" in Erinnerung, ohne die eigene Geschichte aus dem Blick zu verlieren. Dabei sei der Fortgang der Geschichte "hervorragend dramatisiert" und die Dialoge "herzerfrischend komisch", schwärmt der Rezensent. Damit macht sich Reuter seiner Ansicht nach zum "legitimen" Nachfahren der "großen Abenteurer in der Literatur".
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