Boris Reitschuster

Der neue Herr im Kreml?

Dmitrij Medwedew
Cover:  Der neue Herr im Kreml?
Econ Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783430200493
Kartoniert, 256 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Anfang März 2008 wird Russlands neuer Präsident gewählt. Wladimir Putin darf nach der Verfassung kein drittes Mal antreten. Doch niemand bezweifelt, dass in der "gelenkten Demokratie" ein enger Vertrauter Putins sein Nachfolger wird. Boris Reitschuster porträtiert den neuen Herrn des Kreml: Wird er die Macht der Geheimdienste weiter stärken und den Großmachtanspruch des amtierenden Präsidenten aufrecht erhalten? Oder wird er sich abwenden vom politischen Vermächtnis seines Vorgängers?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2008

Durchaus interessant scheint Werner Adam dieses Buch über Russlands neuen Präsidenten Dmitrij Medwedjew, das Boris Reitschuster vorgelegt hat. Er schätzt den Autor, Leiter des Moskauer Focus-Büros, als "scharfsinnigen", "scharfzüngigen" Beobachter der Vorgänge. Für eine überzeugende Antwort auf die Titel-Frage des Buchs, ob Medwedjew der neue Herr im Kreml sei, ist es allerdings seines Erachtens noch zu früh. Medwedjews Ankündigungen, mehr Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit zu wagen, sieht er skeptisch, zumal Reitschuster sie mit Reden seines Vorgängers Putin verglichen hat, die wortwörtlich ebendies in Aussicht stellten. Über die Rolle, die Medwedjew spielen wird, könne auch der Autor nur spekulieren: einerseits wende er sich dagegen, Medwedjew zu unterschätzen, andererseits halte er es für wahrscheinlicher, dass dieser als schwacher Präsident eine "Fußnote in der Geschichte Russlands" (Reitschuster) bleiben werde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2008

Ralf Altenhof weiß Boris Reitschusters Buch über Dmitrij Medwedew, "Der neue Herr des Kreml", durchaus zu schätzen, aber er verhehlt nicht, dass es neben großen Stärken auch einige Schwächen aufweist. Überzeugend findet er die Ausführungen über die russischen Verhältnisse, die Unterdrückung der Opposition, die Aufhebung der Gewaltenteilung und das System Putin. Kein Zufall scheint ihm, dass neben dem zukünftigen Präsidenten Russlands Medwedew auch Putin im Mittelpunkt des Buchs steht. Altenhof attestiert dem Autor, das Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Politikern zu erhellen. Die Frage, ob Medwedew nun eine Marionette Putins sei oder nicht, bleibt in seinen Augen allerdings unergiebig unentschieden. Überhaupt erfährt man über Medwedew zu seinem Bedauern nichts viel Neues. Seines Erachtens kommt das Medwedew-Porträt auch "zu früh", um wirklich fundiert zu sein. Insgesamt hätte er sich gewünscht, der Autor hätte sich auf ein "Lagebild Russlands beim Übergang von Putin zu Medwedew" konzentriert.
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