Dirk Sager

Pulverfass Russland

Wohin steuert die Großmacht?
Cover: Pulverfass Russland
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783871345920
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Russland ist in die Zeiten autoritärer Herrschaft zurückgefallen. Der Kreml hat die Demokratie ausgehöhlt und im Land eine Atmosphäre geschaffen, in der die jüngsten Morde an Regimegegnern wie Anna Politkovskaja überhaupt erst möglich wurden. Während der Geheimdienst FSB nach innen für Ordnung sorgt, verkörpert der Gasprom-Konzern, der die Kontrolle über die globalen Rohstoffmärkte anstrebt, nach außen den russischen Anspruch auf Weltgeltung. Um jeden Preis trachtet das Land danach, auf die Bühne der Supermächte zurückzukehren. Dirk Sager, langjähriger Leiter des Moskauer ZDF-Studios, zeigt in seinem Buch, was hinter den Moskauer Machtspielen steckt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2008

Zwei neue Bücher von Auslandskorrespondenten über Russland bespricht Alexander Schrepfer-Proskurjakov Rücken an Rücken. Interessant scheinen sie ihm nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihrer Einschätzung der russischen Politgegenwart zu recht unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Während Gabriele Krone-Schmalz die im Westen gepflegte Kritik für alarmistisch und einseitig hält, sieht Dirk Sager sehr wohl Grund zur Sorge. So scheint ihm der Vorwurf, dass mindestens für die Atmosphäre, die zum politischen Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja führte, der Kreml sehr wohl verantwortlich zu machen sei. Viele Mittel, so Sager, sind Russland Recht, die Rückkehr zur "Supermacht" zu schaffen - nicht zuletzt der Einsatz der beträchtlichen Wirtschaftsmacht. Der Rezensent geht auf die einzelnen Argumente leider nicht näher ein - und bleibt auch in der Beurteilung sowohl Russlands als auch der beiden Bücher völlig neutral.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008

Der Titel geht in die Vollen, aber Thomas Speckmann versichert glaubhaft, dass sich Dirk Sager seine abwägende und zurückhaltende Art bewahrt hat. Der langjährige Leiter des ZDF-Studios in Moskau verfalle auch diesmal nicht in kurzlebigen Sensationsjournalismus, sondern urteile ausgewogen und überlegt. Keine Dramatisierung, aber auch keine falsche Beruhigungspillen für die verängstigten Leser. Russland werde in absehbarer Zeit keinen Dritten Weltkrieg auslösen, aber die Zeiten waren schon mal freundlicher. Das alte Freund-Feind-Denken ist wieder aufgebrochen, und Russland soll wieder Weltmacht werden. So sieht es aus. Speckmann vertraut Dirk Sager in Sachen Russland, das merkt man.

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