Ruhm und Erfolg - sie machen oft nicht glücklich. Fasziniert verfolgen wir die Geschichten über die Superstars, die vom schönen Leben und von großen Emotionen handeln, aber auch von Alkoholexzessen und Sexskandalen, von wilden Partys und Verschwendungssucht. Wird man so, wenn man zu den gefeierten Prominenten, den "Celebrities" dieser Welt zählt? Borwin Bandelow ist zu einer verblüffenden Erkenntnis gekommen, als er die Lebensgeschichten exzentrischer Stars verfolgte: Viele von ihnen leiden an Persönlichkeitsstörungen, sind depressiv, autoaggressiv, selbstmordgefährdet oder süchtig - und gerade ihr ständiger Kampf um Anerkennung und die tiefe Angst vor dem Absturz geben ihnen die Kraft, auf der Leiter ganz nach oben zu klettern. Es ist nicht der Ruhm, der sie verändert; sie werden berühmt, weil sie anders sind. Borwin Bandelow präsentiert eine Fülle von spannenden und unterhaltsamen Porträts.
Die Rezensentin Ursula März kritisiert Borwin Bandelows "Celebrities" sehr scharf. Mehr als "Bild-Zeitungs-Niveau" kann sie dem Band über Berühmtheiten und ihre Marotten nicht attestieren, sowohl in Bezug auf die Stichhaltigkeit der vorgetragenen Argumente als auch deren sensationsheischende Aufmachung. Der Autor ist zwar promovierter Diplompsychologe, doch erweist er sich überhaupt nicht als seriöser Wissenschaftler, sondern als "Beichtvater für alle". Trotz des vordergründigen Sachbuchstils sei die Studie oberflächlich. Der Göttinger Psychologe kennt das Leben der in dem Buch erwähnten Stars auch nicht besser als wir alle, schimpft die Rezensentin. Bandelow spekuliere wild in der Gegend herum, lässt den für März wichtigen kulturellen Aspekt ganz beiseite und biete auch ansonsten nur "Küchenpsychologie" an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.05.2006
Rebecca Casatis' Eindruck von diesem Buch ist zwiespältig. Zwar ist es aus ihrer Sicht "überaus unterhaltsam" . Auch zeugt es ihrer Ansicht nach insgesamt von großem Wissen, welches sie ausgesprochen lesbar ausgebreitet sieht. Trotzdem kritisiert sie das Buch als eitel und sachlich angreifbar. Denn bei den "freigiebigen" Analysen des Göttinger Psychiaters handelt es sich der Rezensentin zufolge um reine Ferndiagnosen. Celebrities wie Robbie Williams oder der "depressive Elvis" würden lediglich anhand mediengefilterter "Promiaussagen" diagnostiziert. Auch Autor Borwin Bandelows "Faible für pompöse Alliterationen" und "launige Zwischenüberschriften" wirken auf die Rezensentin eher seriositätsmindernd, manchmal zu flapsig und mitunter sogar "unfreiwillig komisch". Auch das "gefallsüchtige" Buchcover wird getadelt. Fast hat die Rezensentin schließlich den Eindruck, der Arzt weise die gleichen Symptome wie die beschriebenen persönlichkeitsgestörten Prominenten auf.
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