Stefanie Sargnagel

Opernball

Zu Besuch bei der Hautevolee
Cover: Opernball
Rowohlt Verlag, Hamburg 2026
ISBN 9783498008826
Gebunden, 80 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Steffi Sargnagel war auf dem Wiener Opernball, und jetzt hat sie so einiges zu erzählen: von den Reichen und Schönen, von den reichen Nicht-so-Schönen, von Abendkleid und Walzertraum. Natürlich ist alles ganz schrecklich, aber auch schrecklich interessant! Und der Blick dieser Autorin ist böse, jedoch nicht gnadenlos, dafür interessiert sie sich zu sehr für die ihr fremden Welten. Und so begibt Steffi sich geschminkt, geschnürt, zurechtgemacht aufs härteste Parkett der Welt, amüsiert uns aufs Köstlichste und wirft ein Schlaglicht auf die unheimliche Schnittmenge von Kultur, Kapital und Macht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.01.2026

Der titelgebende Wiener Opernball ist für Stefanie Sargnagel zweierlei, stellt Rezensentin Katharina Granzin fest: Zum einen ein symbolischer Anlass zur literarischen Verarbeitung ihrer neuen Rolle als Wiener Prominente, die bei eben solchen Anlässen inzwischen zu den geladenen Gästen gehört, statt zu jenen, die in der Mitarbeiterkantine billig saufen. Zum anderen, lesen wir, ist dieser Opernball natürlich ein völlig anachronistisches, ja antiquiertes, ziemlich ödes und fürchterlich exklusives Gesellschaftszeremoniell, das sich gerade aufdrängt, um zur literarischen Groteske erhoben zu werden. Und das kann Sargnagel immer noch, denn bei aller Prominenz sind ihr der beißende Witz und ihre Beobachtungsgabe nicht abhanden gekommen, versichert Granzin. Zunächst noch nüchtern, was den unfassbaren Bierpreisen geschuldet ist, im Verlauf jedoch zunehmend beschwipst und folglich mit leicht bis mittelschwer verzerrter Wahrnehmung beschreibt Sargnagel die Gäste, sinniert über die Geschichte des Walzers oder die weißen Kleider der Debütantinnen, reflektiert, fabuliert und dramatisiert mit Leidenschaft, dass es der Rezensentin eine Freude ist!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.01.2026

Rezensentin Helen Röhnsch amüsiert sich köstlich bei der Lektüre des neuesten Buches der anarchischen Satirikerin. Darin schickt die Autorin ihr Alter Ego Steffi einen Abend lang auf den Wiener Opernball, wo sie von einem Faszinosum zum nächsten gezogen wird, teilt uns die Kritikerin mit. Diese Zusammenkunft der High Society bietet denn auch viel Raum für die sargnageltypische, heiter-derbe Beobachtungskomik, die in ihrer oft grotesken Überhöhung gleichzeitig präzise Gesellschaftskritik liefert, lobt Röhnsch. Beachtenswert findet die Rezensentin, dass der einnehmend subjektive Ton des Textes in seiner Wohlstandskritik auch nicht vor der Ich-Erzählerin zurückschreckt, ist Sargnagel doch selbst nach ihren Anfängen als Call-Center-Mitarbeiterin und Zweizeiler-Meisterin inzwischen zu einer berühmten Persönlichkeit geworden. Diese "ironische Selbstausleuchtung" macht den Text nicht nur witziger, sondern bewahrt ihn auch vor einer simplen "Eat the Rich"-Pointe, freut sich die Kritikerin über diese Glanzleistung. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.01.2026

Herrlich satirisch lässt sich Stefanie Sargnagel in ihrem neuen Buch über die österreichische Hautevolee aus, die beim Wiener Opernball sehen und gesehen werden will, freut sich Rezensentin Andrea Gerk. Die "herausragende Humoristin" ist vom Rabenhof-Theater beauftragt worden, sich unter die Reichen und Statusgesegneten zu mischen und zeigt der Kritikerin dabei wieder einmal, wie gut sie beobachtet und wie fein sie gesellschaftliche Zugehörigkeiten seziert. Sie reflektiert unter anderem über "präpotente" Männlichkeit am Beispiel von Richard Lugner und stellt fest, ihm sei alles scheißegal und diese "Befreitheit macht ihn unantastbar". Für Gerk so amüsant wie aufschlussreich. 

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