Brigitte Kölle (Hg.), Claudia Peppel (Hg.)

Die Kunst des Wartens

Cover: Die Kunst des Wartens
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783803136794
Gebunden, 192 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Zur Ausstellung in der Kunsthalle Hamburg, 2017. Wir alle warten, immer wieder - an der Grenze, auf dem Amt, im Krankenhaus, in der Leitung, auf Weihnachten, auf den Schlaf, auf das erlösende 1:0. Warten ist Teil unseres Lebens und oft mit Hoffnung verbunden. Dabei wird das Warten nicht selten als leere oder gestohlene Zeit erlebt, als langweilig, ja quälend. An der Dauer und der Art des Wartens lässt sich der Status eines Menschen ablesen: Kürzere Wartezeiten kann man heute häufig mit Geld erkaufen, wohingegen Geflüchtete manchmal jahrelang auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag warten müssen, ohne sie beschleunigen zu können. Brigitte Kölle und Claudia Peppel erkunden verschiedene Arten des Wartens in den Werken und Positionen vor allem zeitgenössischer Film- und Fotokünstler und verbinden sie mit literarischen oder essayistischen Texten über das Warten. Mit Werken von David Claerbout, Andrea Diefenbach, Omer Fast, Andreas Gursky, Candida Höfer, Ursula Schulz-Dornburg, Philip Scheffner, Tobias Zielony, Ai Weiwei und vielen anderen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2019

Rezensent "Keha" atmet auf. Das dauernde Warten auf etwas als Chance zu begreifen, lehren ihn die Herausgeberinnen Brigitte Kölle und Claudia Peppel. Ihr Sammelband vereint Fotografien von Andreas Gurski und Tobias Zielony und Texte von Jandl, Beckett und Kafka mit Gedanken zum Phänomen des Wartens. Wie der Band das Alltagsphänomen philosophisch, soziologisch und kulturell anhand von Bild und Text einkreist, scheint "Keha" erhellend. Warten gibt sich ihm zu erkennen als unproduktiver Zustand, tägliche Realität und/oder Entschleunigungsmöglichkeit.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.05.2019

Die beiden Herausgeberinnen des Bandes "Die Kunst des Wartens" sind nachgewiesene Expertinnen auf dem Gebiet, weiß Rezensentin Heike Tauch: Claudia Peppel kuratierte 2016 am ICI Berlin die Themenausstellung "The Waiting Room", Brigitte Kölle 2017 an der Hamburger Kunsthalle "Warten. Zwischen Macht und Möglichkeit". Ihr gemeinsamer Band ist nun "irgendwo zwischen Buch, Bildband und Kunstkatalog angesiedelt", stellt die Rezensentin fest, es geht um künstlerische Umsetzungen des Wartens, dieses komplexen und ambivalenten Nicht-Ereignisses. Eine sorgfältig komponierte Fotografie Andreas Gurskys von zwei Pförtnern bei der Arbeit wird da neben Kafkas Parabel "Vor dem Gesetz" gestellt, und der Geisteswissenschaftler Johannes Vincent Knecht schreibt zum Warten als Ausdruck gesellschaftlichen Machtgefälles, berichtet Tauch, die die Zusammenstellung als "vielschichtig, informativ und streitbar" lobt.

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