Herausgegeben vom Institut für Länderkunde Leipzig, Alois Mayr und Manfred Nutz. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen und Karten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2002
Nackte Tatsachen, Zahlen, Daten will Rezensent Ulrich Kühne zur Bildungssituation - und die bekommt er in dem neuen Nationalatlas. Diese Daten sind für ihn die Voraussetzung zur Ursachenforschung und Verbesserung der aktuellen Situation nach der Pisa-Studie. Zufrieden ist Kühne zwar mit der "reichen Auswahl" an Material, aber ihm fehlt die Analyse und die Herstellung von Zusammenhängen. Ohne dies können sich seiner Meinung nach "ganz wilde Hypothesen" aufdrängen - der Zusammenhang zwischen der Kürzung kommunaler Schulausgaben und der Attraktivität von Musikschulen, der durch die Karten nahegelegt wird, erscheint ihm zum Beispiel erklärungsbedürftig. So weit, so nachvollziehbar die Kritik. Am Ende versteigt sich Kühne aber zu der Formulierung, der Atlas liefere "nur die ersten Handskizzen der Forschungsreisenden im inneren Afrika unserer Kultur. Die Armee der Landvermesser und - hier hoffentlich auch - Kolonisatoren wird folgen". Mancher Vergleich ist so schräg, dass er mehr über den Rezensenten sagt als über das Buch.
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