Auf Augenhöhe
Wie wir unsere Jugendlichen nicht verlieren Als Sozialarbeiter auf den Straßen von Berlin

Kösel Verlag, München 2024
ISBN
9783466373291
Paperback, 240 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Burak Caniperk ist Sozialarbeiter aus Leidenschaft und nimmt uns mit auf die Straßen: In "Auf Augenhöhe" erzählt er von seinem täglichen Einsatz für Jugendliche in Berlin, die oft am Rand der Gesellschaft stehen. Ob Drogen, psychische Probleme oder fehlende familiäre Unterstützung - Burak begegnet ihnen mit Empathie und Respekt, nicht nur in Problembezirken, sondern auch in scheinbar besseren Vierteln Berlins. Die Probleme vieler Jugendlicher kennt Burak Caniperk nur zu gut: Einst selbst antriebslos, hat er sich aus schwierigen Verhältnissen herausgekämpft. Auch, weil es Menschen gab, die an ihn geglaubt haben. Heute weiß er, wie wichtig es ist, Jugendlichen Hoffnung und Perspektiven zu geben.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 03.12.2024
Rezensentin Luisa Sandmann empfiehlt dieses Buch des Sozialarbeiters Burak Caniperk, schon um mit Klischees aufzuräumen. Dabei bestätigt sich zunächst manches Vorurteil, räumt die Kritikerin ein: Die Jugendlichen, die Caniperk, selbst Sohn türkischer Einwanderer, durch Nord-Schöneberg begleitet, sind männlich, meist kriminell, nehmen häufig Drogen und haben einen Migrationshintergrund. Damit hören die Schilderung Caniperks aber nicht auf, fährt die Kritikerin fort: Sie liest hier einerseits von schlechten Männlichkeitsbildern, andererseits von Liebenswürdigkeit und Höflichkeit, mit denen die Jugendlichen gerade auf jene zugehen, die ihnen auf Augenhöhe begegnen. Von Caniperks eigenem Aufstieg vom "Scheiße bauen" als Jugendlicher bis zur Frankfurter Buchmesse liest die Rezensentin hier ebenso wie von seiner Arbeit, die oft brutal, aber genauso häufig einfach schön ist - etwa wenn der Autor mit den Jugendlichen Obdachlose begleitet. Dass gerade an der Jugendsozialarbeit gespart wird, findet die Kritikerin nach der Lektüre noch skandalöser.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 04.11.2024
Burak Caniperk berichtet in diesem Buch von seiner Arbeit mit Jugendlichen mit problematischem sozialem Umfeld, erklärt Rezensentin Uta Schleiermacher. Caniperk. Er macht klar, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die Probleme verursacht, vor allem Armut und Migrationshintergrund. Der Autor, der die Probleme teils aus seinem eigenen Leben kennt, schreibt das gemeinsam mit Alke Wierth verfasste Buch in einer klaren, direkten, dem gesprochenen Wort ähnlichen Sprache, erfahren wir. Wichtig ist Caniperk unter anderen, erfährt Schleiermacher, dass jemand den Jugendlichen hilft, eigene Wünsche zu artikulieren, freilich ohne ihnen vorzuschreiben, wie sie zu leben hätten. Insgesamt geht es in dem Buch darum, dass die Gesellschaft mehr Verantwortung für junge Menschen übernehmen soll, schließt die Kritikerin.