Der größte Kunstdiebstahl der deutschen Nachkriegsgeschichte: Der Einbruch eines Remmo-Kommandos 2019 in das Dresdner Grüne Gewölbe zeigt exemplarisch wie keine andere Straftat die Macht der Clans in Deutschland - und die partielle Ohnmacht des Staates. Bestsellerautor Butz Peters beschreibt, wie der "Coup des Jahrhunderts" in Dresden gelingen konnte, wie die "Geschäftsmodelle" des Remmo-Clans funktionieren und wie die Mitglieder gegenüber der Justiz agieren. Er schildert den Aufstieg des Clans in Deutschland, beginnend in den 1980er-Jahren, und wie sich seither eine Parallelgesellschaft fernab des Staates entwickelt hat. Mitten in Deutschland. Nicht nur in Berlin-Neukölln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2023
Rezensent Stefan Locke bespricht zwei Bücher, die den Dresdner Juwelenraub von 2019 aufarbeiten: "Der Jahrhundertcoup" von den Spiegel-TV-Journalisten Thomas Heise und Claas Meyer-Heuer und "Der Clan und die Juwelen" des Rechtsanwalts Butz Peters. Dabei führen beide Bücher dem Kritiker gleichermaßen "lesenswert" vor Augen, was im Nachgang des Raubs alles schief ging: Entsetzt ist er von der Verantwortungslosigkeit des privaten Sicherheitsdienstes, der die Tat geschehen ließ, ohne überhaupt das Licht einzuschalten, und mehr noch von der Staatlichen Kunstsammlung Dresden und des Freistaats Sachens, die eben diesen Sicherheitsdienst noch mit einem millionenschweren Folgeauftrag belohnten. Auch über die "Naivität" der Justiz im Gerichtsverfahren, das bei Betz im Fokus steht, kann Locke nur den Kopf schütteln - dem sechzehnfach vorbestraften Clan-Mitglied Wissam Remmo sei von den Richtern tatsächlich "Nachreife" und "Entwicklungsschub" zugestanden worden, wie er von Betz erfährt. Lobenswert bei Heise und Meyer-Heuer wiederum findet er den lockeren, dennoch angemessenen Tonfall und die Ergänzung durch exklusive Helmkamera-Fotos des Einsatzkommandos beim entscheidenden Zugriff. Zwei sehr kenntnisreiche und erhellende Bücher zum Thema, vermittelt der Kritiker.
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