Callan Wink

Bärenzähne

Roman
Cover: Bärenzähne
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518432617
Gebunden, 253 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hannes Meyer. Zwei Brüder im Hinterland von Montana. Bis jetzt kamen sie noch immer über die Runden, mit dem Holzfällen, dem gelegentlichen Wildern im Yellowstone Nationalpark. Doch nach dem Tod ihres Vaters stapeln sich die Rechnungen, das Dach ist undicht, der Winter nah. Thad und Hazen müssen etwas tun und dafür die eingespielten Rollen, ihr immer gleiches Schauspiel - der eine der strenge und verantwortungsvolle Bruder, der andere verträumt und zu nichts nutz - beenden. Nur so haben sie eine Chance, den unmöglichen Auftrag ihres Kontaktmanns zu erfüllen und sich den Ärger mit dem Geld zumindest eine Weile vom Hals zu halten. Doch dann passiert ein Unglück, bei dem noch mehr verloren geht als das eigene Selbstverständnis.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.10.2025

Ein starkes Buch über gebrochene Männlichkeit hat Callan Wink laut Rezensentin Meike Feßmann verfasst. Es geht um zwei Brüder, lesen wir, Thad und Hazen, ersterer ist wortkarg, zweiterer versponnen. Mit dem modernen Leben mit seinen vielen Verpflichtungen können beide wenig anfangen, lieber gehen sie auf die Jagd - das Buch spielt im Yellowstone-Nationalpark in wilder, unberührter Natur. Dort geraten die Brüder an einen windigen Geschäftsmann, der nichts Gutes im Schilde führt. Geschickt verknüpft Wink eine geradlinige Familiengeschichte mit einer mythologischen Ebene, lobt Feßmann. Ein bisschen sentimental geht es gelegentlich zu, gibt sie zu, gleichwohl scheint sie diese handwerklich starke, mit schönen Naturbeschreibungen durchsetzte Erzählung über Männer, die nicht mehr zu Helden taugen, sehr gern gelesen zu haben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2025

Montana ist eine einzige riesige Weite - Raum für Imaginationen und Geschichten also, hält Rezensent Yannic Walter bei der Lektüre von Callan Winks neuem Roman fest. Die Brüder Thad und Hazen leben am Rande des Yellowstone Nationalparks, nach dem Tod der Eltern müssen sie zusehen, wie sie sich über Wasser halten, illegale Wilderei steht für sie neben Schlägereien und Saufen auf der Tagesordnung, schildert Walter. Er liest die Geschichte "wie einen modernen Western", halb Millieustudie der abstürzenden weißen Arbeiterklasse, halb rowdyhaft rasant erzählter John Wayne-Film in Buchform. Trotzdem hat der Kritiker das Buch gerne gelesen, weil es zeigt, wie Trauma und Gewalt sich in eine Region und ihre Bewohner einschreiben können.

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