Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger. Mit Anfang siebzig ist John Gload des Tötens müde. Seit fünfzig Jahren hat er als Auftragskiller im Westen der USA Menschen umgebracht, ohne jemals gefasst zu werden. Doch nun ist es genug, und er stellt sich. Im Gefängnis trifft er auf den jungen Deputy Val Millimäki, der wie er auf einer Farm in Montana aufgewachsen ist. Val versucht dem alten Killer zu entlocken, wo er seine zahlreichen Opfer verscharrt hat, doch der Alte lässt sich nicht in die Karten sehen. Zwischen den beiden Männern entspinnt sich ein Psychoduell, das die Wunden und Abgründe in ihrem Leben offenlegt ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2015
Fritz Göttler kann diesem Roman von Kim Zupan einiges abgewinnen. Da ist zunächst einmal die für einen Krimi ungewöhnliche Langsamkeit des Erzählens, die laut Göttler für das Buch charakteristisch ist. Außerdem hält der Rezensent das Fehlen von Recherche, Intrige, Action und Rafinesse in einem solchen Buch für bemerkenswert. Stattdessen kreisen Täter und Cop um ihre Monomanie, ihre Einsamkeit und den Mythos der Würde. Erinnert Göttler stark an Faulkner und McCarthy. Für Göttler ist das Buch ein "topografischer" Thriller. Sein Fokus: innere Landschaften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.11.2014
Äußerlich stimmt nichts an diesem Buch, meint Sylvia Staude: das Umschlagbild führt in die Irre, der Titel trifft die Sache nicht, und "Psychothriller", naja, eigentlich würde die Rezensentin das Buch lieber einen Roman nennen, immerhin pflegt es eine, wie sie auch mit einem Dank an die Übersetzerin Marie-Luise Bezzenberger feststellt, "altmodisch-gediegene, in Passagen herzzerreißend-poetische Sprache". Atmosphärisch dicht und mit komplexen Figuren besiedelt ist die Geschichte um den alten Raubmörder John Gload und den jungen Polizisten Val Millimaki, der im Gefängnis Gloads Schilderungen lauscht, der etwas verunglückten Vermarktung zum Trotz ein sehr lesenswertes Debüt, findet Staude.
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