Aus dem Amerikanischen von Irma Wehrli. Bull Mountains, Montana. Zwei Familien sind unheilvoll miteinander verbunden. Der vierundzwanzigjährige Wendell Newman hat vor kurzem seine Mutter verloren, sein Vater Verl ist seit Jahren verschwunden, nachdem er in ohnmächtiger Wut auf den verhassten Staat einen Wildhüter erschossen hatte. Eines Tages taucht unerwartet der siebenjährige Rowdy bei ihm auf. Als einziger Verwandter soll Wendell den traumatisierten Jungen in Obhut nehmen. Auch die Lehrerin Gillian und deren Tochter Maddy kümmern sich um Rowdy. Wendell ahnt nicht, dass sie die Familie des Mordopfers sind. In der Jagdsaison spitzen sich die Ereignisse zu. Wendell und Rowdy werden in die gewalttätigen Auseinandersetzungen um Land und die unpopulären Naturschutzgesetze verwickelt. Die unüberwindbaren Widersprüche zwischen staatlichen Vorschriften und den traditionellen Besitzansprüchen der Einheimischen führen zu tödlichen Missverständnissen und Selbstjustiz. Die verdrängten dunklen Geheimnisse zwischen den Familien kommen ans Licht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2024
Rezensentin Katrin Doerksen durchstreift mit Joe Wilkins die Berge und Wälder im Osten Montanas. Wilkins' Debütroman, der aus drei Perspektiven von waffenstarrender Männlichkeit und Unbeugsamkeit, von Heimatliebe, aber auch von Besinnung und Poesie und Bewusstsein für den "ländlichen Stumpfsinn" erzählt, scheint Doerksen zu faszinieren. Das liegt zum einen an Wilkins' Ortskenntnis, zum anderen an der Atmosphäre des Textes zwischen Noir und Western und an seiner gekonnt inszenierten Vielstimmmigkeit. Für Doerksen eine Art "kulturelle Übersetzungsarbeit" aus den Bull Mountains.
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