Carlo Lucarelli

Laura di Rimini

Roman
Cover: Laura di Rimini
DuMont Verlag, Köln 2004
ISBN 9783832160098
Taschenbuch, 106 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Laura mag keine Kriminalromane. Die Literatur-Studentin will ihre Prüfungen gut hinter sich bringen, sonst nichts. Doch als sie bei ihrer Professorin einen Rucksack vertauscht, wird sie zur Gejagten in einem Kriminalthriller, bei dem sich die Ereignisse überschlagen - im falschen Rucksack stecken immerhin vier Kilo Kokain. Laura rennt, und bald ist ihr halb Bologna auf den Fersen ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2004

Enttäuscht äußert sich Maike Albath über das neueste Produkt aus dem Bologneser Hause Lucarelli, nicht ohne sich die Zeit zu nehmen, die erstaunlich erfolgreiche Firmengeschichte der "Textfabrik Lucarelli" zu skizzieren. Im Schnitt sondert Carlo Lucarelli, ein Vielschreiber und Tausendsassa, der auch im Fernsehen moderiert, Literatur unterrichtet und als Sänger auftritt, alle neun Monate ein neues Buch ab, staunt Albath. Er ist einer der Initiatoren der neuen italienischen Krimiwelle, zu der außer ihm auch Andrea Camilleri, Gianpiero Rigosi, Gianfranco Nerozzi, Marcello Fois und Santo Piazzese zählen. Warum das Krimigenre in Italien neuerdings wieder so populär geworden ist, erklärt Albath mit dem Bedürfnis der Italiener, ihre Korruptionsskandale, ihr marode wirkendes gesellschaftliches System zu durchleuchten und gleichzeitig regional dingfest machen zu können: Lucarelli steht für Bologna, so Albath. Doch seine "Laura di Rimini" wirkt auf sie wie ein schlechtes Recyclingprodukt aus der eigenen Textmaschine; die Rezensentin findet darin aufgewärmte und schlecht ausgeführte Pointen aus alten Büchern Lucarellis wieder, und auch das Prinzip der Überbietung (es kommt immer noch schlimmer) funktioniere nicht, da sich der Autor gar nicht die Zeit nehme, einzelne Episoden auszuführen. Ein Buch, das Albath unter Zeitdruck entstanden zu sein scheint, dem es an Slapstick-Momenten nicht fehle, aber an Tiefenschärfe, fasst die Kritikerin traurig zusammen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004

Carlo Lucarelli, der sich längst als "Könner" des Krimigenres erwiesen habe, enttäuscht Johann Maass auch mit diesem Roman nicht. Lucarelli schicke eine unbescholtene Studentin zwischen die Fronten der italienischen und russischen Mafia, "eine amüsante, teils groteske Szenerie", die sich dem Leser wie der Protagonistin erst nach und nach erschließe. In der Form orientiere sich Lucarelli am Kino, durch das fortwährende Hin- und Herschalten zwischen den Erzählinstanzen entsteht eine "teilweise verwirrende, multiperspektivische" Sicht, wie der Rezensent notiert. Die achronologische Anordnung der Szenen bewirkt bei Maass zudem den Eindruck einer "narrativen Beschleunigung", diese "Atemlosigkeit" sei dem Genre aber durchaus angemessen und zuträglich.

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