Carlo M. Cipolla

Allegro ma non troppo

Die Rolle der Gewürze (insbesondere des Pfeffers) für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelalters. Die Prinzipien der menschlichen Dummheit
Cover: Allegro ma non troppo
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783803111975
Gebunden, 81 Seiten, 12,17 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Moshe Kahn. Cipolla nimmt hier den sich so ernst nehmenden Wissenschaftsbetrieb auf die Schippe: Im ersten Teil weist er nach, dass der Pfeffer die treibende Kraft in der wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters gewesen sei, also das, was Marx den Motor der Geschichte nennt. Angesichts dieser unglaublichen Ereignisse, in die erstaunlicherweise Gott der Herr, goldene Münzen, Eremiten, Feudalherren und sarazenische Frauen verwickelt waren, verloren als einzige die Italiener nicht ihren Kopf: Deshalb beendeten sie das Mittelalter durch die Erfindung der Renaissance. Im zweiten Traktat erläutert Cipolla die fünf Prinzipien der menschlichen Dummheit, wobei der vier Typen unterscheidet: Die Unbedarften, die Intelligenten, die banditen, die Dummen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001

Der Autor als freundlicher Herr und Häuslebauer? Erst denkt man, Gerald Sammet flickt dem Cipolla kräftig was am Zeug. Dann aber ist klar: Der Rezensent hat sich wirklich amüsiert. "Eine Schnurrpfeiferei also, keine Frage, aber irgendwie doch ein richtiges Haus", schreibt er und meint mit Haus ungefähr Gedankengebäude und mit Schnurrpfeiferei, na ja, einen kuriosen Einfall eben, wie den, die Entwicklung Europas mit dem Pfeffer zu erklären, oder, wie im zweiten Teil des Bandes, die Menschheit mit diesen vier Kategorien: Unbedarfte, Intelligente, Banditen und Dumme. Fragt sich, ob nicht eine fehlt. Die Geschichte, die Cipolla schreibt jedenfalls, warnt Sammet, hat "etwas mit der hohen Kunst der Lüge zu tun." Und Cipolla, hieß so nicht auch der Taschenspieler in Thomas Manns "Mario und der Zauberer"?

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