Mit vierzig Schwarzweiß-Abbildungen. Aus dem Englischen von Harald Eggebrecht. Dieses Buch umfasst eine Zeitspanne von 1200 Jahren - vom Toleranzedikt des römischen Kaisers Konstantin (313 n. Chr.) bis zur Entdeckung Amerikas (1492). In dieser Zeit entwickelte sich das Christentum zur beherrschenden Religion in Mittel- und Westeuropa, in Byzanz und den slawischen Ländern. Selbst jenseits der Grenzen des "Fruchtbaren Halbmondes" gab es blühende christliche Gemeinschaften, in Armenien und Georgien, unter den Nomadenvölkern der Mongolei und in China, in den Hindureichen Südindiens und in Äthiopien. Die Kreuzzüge und der Welthandel italienischer Kaufleute wie Marco Polo eröffneten für die gewiefte Diplomatie der Päpste ungeahnte globale Möglichkeiten - bis der machtvolle Aufstieg des Osmanenreiches und die Glaubenskrise der Reformation diesen ehrgeizigen Plänen ein Ende setzten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2004
Zufrieden zeigt sich Rezensent Michael Borgolte mit Bernard Hamiltons Monografie über die "christliche Welt des Mittelalters", die Okzident wie Orient umfasst. Hamilton wolle die Mannigfaltigkeit des Christentum zwischen 300 und 1500 aufzeichnen, eine Fülle, die verlorengegangen sei, als es den westlichen Mächten gelang, den größten Teil der Welt auf dem Seeweg zu erschließen. Hamilton löse seine Aufgabe "solide", urteile mit Augenmaß und wahre in der Einteilung des Stoffes die Proportionen. Allerdings bleibe er oft in einer Addition der Sachverhalte hängen, moniert Borgolte. Er gönne Ereignissen kaum einen Kommentar, ganz zu schweigen von Versuchen, den Leser durch die "Kunst des Wortes" zu fangen. Nicht einverstanden ist Borgolte zudem mit Hamiltons These, dass die katholischen Portugiesen und reformierten Holländer oder Engländer die Vielfalt des mittelalterlichen Kirchenwesens in Asien und Afrika eingeebnet hätten.
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