Caroline Darian

Ich kämpfe für die Wahrheit

Weiterleben nach dem Pelicot-Prozess
Cover: Ich kämpfe für die Wahrheit
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN 9783462013399
Gebunden, 176 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Michaela Meßner und Grit Weirauch. Caroline Darian erzählt in diesem tagebuchartigen Bericht, wie die Familie den Pelicot-Prozess erlebt hat. Dass ihr Vater Dominique Pelicot sich nicht dazu äußert, ob er auch sie missbraucht hat. Sein Schweigen trifft sie ebenso hart wie das ihrer Mutter. Am 19. Dezember 2024 endete der größte Vergewaltigungsprozess unseres Jahrhunderts, der Pelicot-Prozess: ein Meilenstein im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Frauen. In ihrem zweiten Buch beleuchtet Caroline Darian, Tochter des Opfers Gisèle und des Täters Dominique Pelicot, die erheblichen Lücken im Ermittlungsverfahren. Auch sie selbst ist davon betroffen: Ihr Vater hat sie betäubt, fotografiert und vermutlich missbraucht. Caroline setzt ihren Kampf gegen die sogenannte chemische Unterwerfung fort, damit all die Opfer ohne Beweise oder Erinnerungen nicht vergessen werden. Sie hat Wege geebnet, um die Gesetzeslage in Frankreich zu verändern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2026

Interessiert liest Rezensentin Birgit Schmid das zweite Buch Caroline Darians, der Tochter Gisèle Pelicots. Diese wurde von ihrem Mann, Dominique Pelicot, sowie von anderen, von ihrem Mann rekrutierten Männern,  über Jahre hinweg betäubt uns missbraucht. Die Tochter ist der Ansicht, dass ihr von ihrem Vater Ähnliches angetan wurde und es gibt handfeste Hinweise dafür, dass sie recht haben könnte. Beim Prozess gegen Dominique Pelicot wollte Gisèle Pelicot allerdings von diesen Vorwürfen nichts wissen - um den Entfremdungsprozess von Mutter und Tochter, der auf diese Wendung folgte, geht es in dem Buch. Schmids Besprechung behandelt Darians Zweitwerk allerdings nur am Rande und konzentriert sich darauf, den Fall selbst und einige seiner Implikationen mithilfe von Inverviewaussagen der Beteiligten zu rekonstruieren. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen in diesem Fall, heißt es am Ende, die innerfamiliäre Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen.

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