Es wird viel geredet über die patriarchalisch geprägte sexistische Gesellschaft, doch selten über den Nährboden, der das Wachstum solcher männlich-dominierten Machtstrukturen begünstigt. Caroline Rosales erzählt nah an ihrer eigenen Geschichte, wie bereits kleine Mädchen darauf konditioniert werden, lieb und höflich zu sein und dem Onkel doch ein Küsschen zu geben. Und wie aus diesen Mädchen Frauen werden, die mehr auf das Gegenüber achten als auf sich selber. Das müssen wir ändern. Denn es gibt viele Grauzonen zwischen unserer Erziehung, Missbrauch und Feminismus. Hier werden sie beleuchtet.
Rezensentin Marlen Hobrack wundert es nach ihrer Lektüre von "Sexuell verfügbar" gar nicht mehr, dass Frauen ihre Aggressionen oft gegen sich selbst richten, denn es erscheint ihr jetzt klar, dass Frau wütend auf sich selbst wird, wenn sie gelernt hat, diskriminierendes Verhalten zu tolerieren, damit sie "bloß keine lästige Bitch" ist. Die Kritikerin war beim Lesen entsetzt, wie oft sie dieselben diskriminierenden Erfahrungen machen musste wie eine Autorin, die weder aus derselben Schicht noch aus derselben Generation stammt wie sie selbst: Ob es die ständigen Kommentare meist anderer weiblicher Verwandter zum eigenen Aussehen sind, die Anpassung an die Sexualität, die in Pornos vorgelebt wird, oder aber der Schönheitsdruck, den Social Media erzeugt - die Rezensentin ist sicher, dass fast alle Frauen solche Momente kennen. Hobrack selbst hat aus Rosales' Buch gelernt, wie weit die weibliche Selbstunterwerfung geht. Darum findet sie, dass jede Frau es lesen und sich selbst befragen sollte.
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