Aus dem Amerikanischen von Robin Celikates und Eva Engels. Die Produktion und Verbreitung von Informationen und Wissen ist heute nicht mehr nur die Sache weniger hochspezialisierter Experten und exklusiver Kreise, sondern vielmehr ein kollektives Unternehmen. Viele Köpfe auf der ganzen Welt - Sachverständige wie Laien - arbeiten von heimischen Rechnern aus über Wikis, Blogs und Open-Source-Projekte gemeinsam am Wissenskorpus der Menschheit, der dann über das Internet fast jedermann zur Verfügung steht. Fluch oder Segen? Werden wir durch die Überflutung mit ungesicherten Informationen zu Schafen einer digitalen Herde, die einfach das glauben, was viele für richtig halten, und nicht, was wirklich richtig ist? Oder verwirklicht sich hier gerade eine Utopie: alles zu wissen, was jeder von uns weiß?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2009
Ein kühner Optimismus prägt das Buch von Cass R. Sunstein laut Uwe Justus Wenzel. Das Tauziehen zwischen der Vorstellung von einer sich selbst befruchtenden, weltweit vernetzten Informations- und Wissensgesellschaft einerseits und der einer solcherart an ihrer eigenen Verdummung arbeitenden, schlimmstenfalls Extremismus beflügelnden riesigen Echokammer, einem "virtuellen Stammtisch", lässt der Autor scheinbar offen. Für Wenzel geht das in Ordnung, solange Sunstein seine Kritik an Diskursgruppen, Blogs und profilgeschneiderter Infopost empirisch unterfüttert. Über Facebook und Co. hätte der Rezensent in diesem Zusammenhang allerdings auch gern etwas gelesen. Wenn der Autor der Wissensaggregation a la Wikipedia mehr zutraut und das Heil in der Kombination verschiedener Methoden der Informationsbeschaffung und Wissenproduktion vermutet, scheint Wenzel ähnlicher Auffassung zu sein.
Im unteren Bereich bleiben die Begeisterungswerte von Rezensent Christian Schüle, der diesem Buch vor allem ein inhaltliches Grundproblem bescheinigt: dass es nämlich einen Wahrheitsbegriff voraussetze, der nicht diskutiert oder gar verbindlich definiert werde, so dass seine Kategorien im Unklaren bleiben und daher in der Falle des hermeneutischen Zirkels säßen. Strafverschärfend kommt für den Rezensenten außerdem hinzu, dass die Ausführungen von Cass R. Sunstein aus seiner Sicht mehr als 180 von 300 Seiten "leider schlichtweg langweilend" sind. Erst ab Kapitel fünf werde es besser, weil dann das oft "dröge differenzierende Sachverhaltsgewebe" auf eine höhere Ebene wechsele, zur komunikationsethischen Kernfrage nämlich, wer warum an der Wissensgenerierung beteiligt sei. Hier bringe speziell Friedrich Hayek frischen Wind in die ansonsten sehr emotions-, wertungs- und pointenlose Debatte.
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