Cesar Aira

Eine Episode im Leben des Reisemalers

Roman
Cover: Eine Episode im Leben des Reisemalers
Matthes und Seitz, Berlin 2016
ISBN 9783957571403
Gebunden, 128 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Der Augsburger Maler Johann Moritz Rugendas erreicht 1837 zusammen mit Alexander von Humboldt Lateinamerika. Als Landschafts- und Naturmaler soll er die Forschungen des Entdeckers durch Illustrationen unterstützen. Auf dem Weg von Chile nach Buenos Aires passieren sie einen unheimlich anmutenden Landstrich, bald zieht ein nachtschwarzes Gewitter auf und entlädt sich über ihnen. Rugendas wird vom Blitz getroffen. Er überlebt, doch er verfängt sich im Steigbügel und das erschreckte Pferd bricht aus und schleift ihn mit sich. Auch diese Tortur überlebt er, aber sein Gesicht wird aufs Fürchterlichste entstellt. Von nun an im Morphiumrausch, um die Schmerzen zu ertragen, malt er Bilder von atemberaubender Wucht. Auf seiner Jagd nach immer spektakuläreren Motiven wagt er sich eines Tages ins Zentrum eines echten Indianer überfalls, doch diesmal scheint seine Obsession zu weit zu gehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2016

Rezensent Adrian Schulz ist beeindruckt von César Airas dichtem Roman über zwei malende deutsche Forschungsreisende, unterwegs in Argentinien anno 1837. Der Vergleich des Autors mit Kafka und Borges scheint Schulz nicht ganz falsch, wenn er sieht, wie Aira sein Buch zwischen Sachbuch und historischer Abhandlung ansiedelt und sich im Verlauf mehr und mehr verwirrt und den Text in sein Werk aus abgedrehten Kurzromanen einreiht. Dem Sog des Erzählers, der beschriebenen Landschaft der argentinischen Pampa und der Absurdität der Handlung kann sich Schulz nicht entziehen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2016

Rezensent Jörg Plath ahnt schon, dass César Aira seine Erwartungen gekonnt umlaufen wird mit diesem Buch. Erzählen in Konstellationen, laut Plath ein Ideal des Meisters, gelingt hier anhand der Geschichte des Reisemalers Johann Moritz Rugendas. Wie der Autor die Genres der Reisebeschreibung und der Biografie auseinandernimmt und die Landschaftsmalerei gleich mit, hat ihm imponiert. Die Vereinigung von Kunst und Leben im unmöglichen Augenblick demonstriert der Autor laut Plath eindrucksvoll mit der Figur des morphiumsüchtigen Malers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.09.2016

Rezensent Ralph Hammerthaler freut sich schon auf die Rede von César Aira auf dem Literaturfestival in Berlin. Wie ein Blitz stellt er sie sich vor, stark und kurz. Mit der vorliegenden, vergleichsweise gemächlichen, dennoch unerhörten Erzählung um den deutschen Reisemaler Johann Moritz Rugenda kann der deutsche Leser den "elektrischen Reiter" der lateinamerikanischen Literatur kennenlernen, meint Hammerthaler. Widersprüche, Fantastisches und Unwahrscheinlichkeiten enthält der Text laut Rezensent zur Genüge. Airas "monströse" Einbildungskraft kommt drin gut zur Geltung, meint er. Die Übersetzung von Christian Hansen findet Hammerthaler auch gekonnt.

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