Aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff. Mit circa 100 Abbildungen und zahlreichen Tabellen. Gab es eine weltweite Hochkultur vor den Ägyptern und Babyloniern? Bei seinen Forschungen an mittelalterlichen Seekarten machte Charles Hapgood eine verblüffende Entdeckung: Auf vielen der gezeichneten Karten aus der Zeit der großen Seefahrer des 16. Jahrhunderts waren Küstenverläufe Nord- und Südamerikas exakt kartiert, die damals noch gar nicht bereist waren. Hapgood erbrachte Beweise, dass viele dieser historischen Karten aus sehr viel älteren Karten zusammengestellt worden waren. Diese wiederum mussten von einer alten Seefahrerkultur stammen, die offensichtlich wissenschaftlich höher entwickelt war als Babylonien, das alte Ägypten oder das antike Griechenland, denn sie musste bereits existiert haben, als die Antarktis noch weitgehend eisfrei war.
Im Reich der Kartografen ist der Autor (ein Historiker) ein "Agent provocateur". Gerald Sammet aber lobt vor allem den Fleiß, mit dem in diesem Buch versucht wird, die Hinterlassenschaft einer vorantiken Zivilisation in den kartografischen Dokumenten der Neuzeit nachzuweisen. Und die Argumente des Autors wirken schlüssig! Derart bescheiden werden die Hypothesen über eine verschwundene Welt begründet, derart sanft schäumen die Fragen des "fröhlichen Wissenschaftlers" Hapgood das Meer der Gewissheiten auf. Höchst willkommen, sowas, meint Sammet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2002
Interessant sind die Forschungen des amerikanischen Geographen Charles H. Hapgood nach Ansicht des Rezensenten "uha." allemal. Trotzdem gibt es seiner Meinung nach sowohl in Hapgoods Argumentationskette als auch bei der Aufbereitung dieser vom Zweitausendeins herausgebrachten Auflage einige Mängel. Hapgood beschäftigte sich mit der Frage, ob es jenseits der uns bekannten Hochkulturen "eine noch höhere entwickelte, technisch versierte und weltumfassende Zivilisation" gegeben habe. Der Rezensent lobt den Autoren für die Zurückhaltung, mit der er seine Schlussfolgerungen trifft und für seine "bedenkenswerten Kritikpunkte am linearen Fortschrittsdenken und -glauben". Dennoch findet er Hapgoods Argumentationsweise zu positivistisch und vermisst eine Reflexionsebene, die mit einbezieht, dass Repräsentationen der Welt zwangsläufig kulturell bedingt sind. Zudem hätte sich "uha." von Verlagsseite "einen Abriss der Rezeptionsgeschichte" und eine aktuelle Einschätzung von Hapgoods kartografischen Forschungen gewünscht, die ja auch schon gut 35 Jahre zurückliegen.
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