Charles Mingus

Beneath the Underdog

Autobiografie
Cover: Beneath the Underdog
Edition Nautilus, Hamburg 2003
ISBN 9783894014162
Kartoniert, 320 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Komponist, Bandleader, Bassist, Autor, Kritiker, Lehrer, Talent-Scout - es gab viele Seiten in Mingus? Schaffen. Seine Autobiografie ist - wie seine Musik - ein Schrei nach Respekt, Brüderlichkeit, Liebe und Freiheit. Mit "kreativer Wut" und Sarkasmus kämpfte er gegen Ausgrenzung und rassistische Diskriminierung. "Kunst ist Leben" - besessen von einer unersättlichen Neugier schuf Mingus seinen eigenen Mythos. Die Autobiografie erinnert in ihrer Ungebührlichkeit an Henry Miller, Charles Bukowski oder James Baldwin. Großmäulig, hemmungslos und dionysisch gibt Mingus Einblick in den inneren und äußeren Kosmos seines Lebens.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003

Charles Mingus Autobiografie, weiß Konrad Heidkamp, erschien schon einmal auf Deutsch, 1980, und war seinerzeit ein Enttäuschung für alle Fans, die Einzelheiten über das musikalische Leben des größten Jazzbassisten erwarteten, aber statt dessen "einen literarischen Strom aus Fantasie, Realität und Projektionen mit (...) hohem Pornografiegehalt" bekamen. Ähnlich ging es auch schon dem amerikanischen Verleger ein Jahrzehnt zuvor, der die tausend Manuskriptseiten "Roman und Erguss" auf 300 Seiten kürzte. Mingus war eine manische Persönlichkeit; "unfähig, sich an etwas 'zu gewöhnen', stellte er das Private ständig öffentlich aus, seine Verletzungen, seinen Sex, seine Ängste, seine Schönheit", erklärt Heidkamp. Deshalb, so unser Rezensent, waren die Erwartungen seiner Leser ein Missverständnis: Es gab nicht das Leben hier, die Musik dort. "Für Mingus", schreibt er, "war Musik vor allem die Transzendierung des Lebens mit anderen Mitteln". Seine Autobiografie sei ein inszeniertes Gespräch mit einem Psychoanalytiker, geführt von den verschiedenen Persönlichkeiten, die in ihm rangen.

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