C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406840289 Gebunden, 176 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Wiebke Meier. Mit einem Nachwort von Norbert Hummelt. Charlotte Mew war eine der herausragenden lyrischen Stimmen ihrer Zeit. In ihren mit den Geschlechterrollen spielenden Gedichten umkreist sie die ersten und letzten Fragen von Liebe, Entsagung, Tod und Religion und findet dafür eine ganz eigene lyrische Form. Die Gedichte erscheinen hier erstmals in deutscher Übersetzung. Charlotte Mews Gedichte faszinierten und begeisterten schon zu ihren Lebzeiten so unterschiedliche Autoren wie Ezra Pound, Thomas Hardy und Virginia Woolf, die die Besonderheit und den leidenschaftlichen Ernst dieser Lyrik erkannten. Viele von Mews Gedichten enthalten kleine Dramen, deren Protagonisten häufig Randfiguren der Gesellschaft sind. Aus ihren Werken spricht eine tiefe Menschlichkeit, die Fähigkeit, sich in verschiedenste Erfahrungen und Gefühlslagen zu versetzen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2026
Die Gedichte von Charlotte Mew sind für Peter Urban-Halle eine kleine Offenbarung. Voll verblüffender Wandlungen des lyrischen Ichs und Brüchen von Versmaß und Reim, bestechen die Texte für Urban-Halle vor allem durch ihre Wahrheit beim Blick auf das Innere. Auch wenn das Widerspenstige in der Interlinearübersetzung von Wiebke Meier verlorengeht, wie der Rezensent bedauert, ermöglicht der Band laut Urban-Halle die Entdeckung einer lyrischen Stimme.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.02.2026
Rezensent Matthias Kniep freut sich, dass Charlotte Mews Gedichte nun auf Deutsch vorliegen, wenn auch nicht ganz so, wie er es sich wünschen würde. Kniep beschreibt Mew als eine "Schwellenfigur des 20. Jahrhunderts", in deren Versen eine Spannung zwischen Tradition und Moderne auszumachen ist. Gerade in den kleinen Verstößen gegen das Versmaß finden die Gedichte ihre Kraft. Inhaltlich dreht sich das schmale Werk um Außenseiterfiguren, die "vermeintlich Verrückten" wie einen Jungen, dem "alle Kinder und das Wild" auf den Fersen sind oder eine Braut, die am liebsten bei den Tieren im Stall bleibt. Was nun ist Matthias Knieps Problem? Wiebke Meiers Übersetzungen reimen sich größtenteils nicht und verfehlen damit den Charakter des Originals. Mehr dichterische Freiheit auch in der deutschen Fassung wäre angebracht gewesen.
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