Aus dem Englischen von Gerlinde Völker. Nachwort von Katrin Berndt. London um 1800: Die junge, behütet aufgewachsene Belinda Portman soll in die feine Gesellschaft eingeführt werden - und natürlich eine gute Partie machen. Doch Belinda merkt bald, dass ihre Gastgeberin Lady Delacour, eine vergnügungssüchtige und kapriziöse Dame, keine geeignete Mentorin ist. Sie muss also lernen, sich im turbulenten Gesellschaftsleben selbst zurechtzufinden. Dabei verliebt sie sich in Clarence Hervey, einen Freund Lady Delacours, der jedoch anderweitig versprochen ist ... Der Roman sorgte bei seinem Erscheinen 1801 für einen Skandal, denn er war seiner Zeit voraus und brach mit so mancher Konvention: Eine Weiße heiratet einen Schwarzen, zwei Frauen duellieren sich in Männerkleidung. Auf Drängen ihres Vaters musste Maria Edgeworth schließlich zahlreiche Passagen streichen. In Gerlinde Völkers Erstübersetzung lässt sich der Roman ganz unzensiert entdecken. "Belinda" ist ein literarisch-satirischer Gesellschaftsroman erster Güte und zugleich das Psychogramm einer jungen Frau.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2022
Rezensent Tobias Döring findet genau drei Gründe, den Roman von Maria Edgeworth auch über 200 Jahre nach seinem Erscheinen zu lesen: ein paar "hinreißende", witzige Daloge, eine immer wieder aufblitzende erzählerische Ironie, die Döring an Jane Austen erinnert, sowie eine Heldin, die sich trotz Rückschlägen in der Gesellschafts- und Geschlechterordnung ihrer Zeit als "Lebedame" behauptet. Bedauerlich findet Döring die eher konventionellen Handlungsmuster und den konventionellen Schluss des Romans und dass die Autorin in ihrem zweiten Roman vor Kolportage und allerhand Klischees nicht zurückschreckt.
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