Mit 200 Abbildungen. Mali gehörte einst zu den Zentren islamischer Wissenschaft und Kultur, das sagenumwobene Timbuktu war eine Handelsmetropole der alten Welt. Heute leidet das Land an Armut und Abhängigkeit, in jüngster Zeit wurde es obendrein durch Rebellion und Krieg geschwächt. Dennoch passt Mali nicht in das Klischee vom scheiternden Afrika. Charlotte Wiedemann, die das Land viele Male bereist hat, beschreibt eine Gesellschaft, die ihre Werte von Solidarität und Toleranz in den Wirren der Globalisierung zu verteidigen sucht. Ihre Reportagen zeigen Menschen, die um ihre Würde und Identität ringen und sich gegen die Bevormundung durch den Westen ebenso wehren wie gegen einen fundamentalistischen Islam.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.09.2014
Rezensent Thomas Schmid nimmt der Autorin ab, was sie über Mali berichtet. Dass die Journalistin Charlotte Wiedemann das Land kennt und schätzt, daran hat der Rezensent keinen Zweifel. Aber auch die Herangehensweise gefällt ihm. Wiedemann nämlich folge einer anderen als der medialen Logik, die Mali längst aus den Augen verloren hat: Wiedemann recherchiert genau, schaut hin und denkt nach, meint Schmid. Und sie versorgt den Rezensenten mit dem nötigen Hintergrundwissen zu Gesellschaft und Geschichte des Landes, zu seiner Verfassung und dem Problem, eine Amtssprache zu haben, die 85 Prozent seiner Bürger gar nicht beherrschen. Laut Schmid hilft das Buch, Vorurteile abzubauen, die französische Intervention besser einzuordnen und vor allem dieses Land überhaupt erst zu verstehen und seinen eigenen Weg in die Moderne gutzuheißen.
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