Chen Jianghong erzählt eine Geschichte aus dem Reich der Mitte und malt dazu so, wie man es sonst im Kinderbuch nirgendwo zu sehen bekommt. Einer Tigerin haben Jäger großes Leid zugefügt. Daher rächt sie sich an den Menschen und überfällt deren Dörfer. Nur der kleine Sohn des Königs vermag es, ihr Vertrauen wiederherzustellen. An Mutters Stelle nimmt sie ihn an und lehrt ihn, was kleine Tiger können und wissen müssen. Doch seine königlichen Eltern geraten in große Sorge um ihren Sohn. Sie schicken Soldaten nach ihm aus ...
Als einen "Meister der Tierdarstellung" bejubelt Jens Thiele den chinesischen Wahlfranzosen Chen Jianghong, dessen neues Bilderbuch "Der Tigerprinz" die Jury der Zeit und Radio Bremen mit dem Luchs 223 ausgezeichnet hat. Der kleine Wen wird im Dschungel ausgesetzt, weil nur er dazu bestimmt ist, den ewigen Kampf zwischen Tier und Mensch zu schlichten. Er trifft auf eine Tigerin, deren Kinder von Jägern getötet wurden, und natürlich freunden sich die beiden nach anfänglicher Dramatik miteinander an. Doch die Menschen bringen neue Gefahr, bis Wen es schließlich gelingt, sie und die Tiere zu versöhnen. Jianghongs chinesische Malkunst verzaubert Thiele und lässt ihn eintauchen in einen Urwald, der auf ihn mit "bildnerischer Wucht" wirkt. Auch für die Darstellung des Tigers kann er nicht genug applaudieren: Jianghong zeichne ihn "furchterregend und zärtlich, ohne ihn je unnötig zu vermenschlichen oder oder gar zu verniedlichen".
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