Aus dem Amerikanischen von Sonja Finck und Maria Hummitzsch. Chinelo Okparantas erster Roman ist Kriegs- und Liebesroman zugleich. Die Coming-out-Geschichte des Mädchens
Ijeoma beginnt 1968, ein Jahr nach Beginn des Biafra-Kriegs in Nigeria. Die Bevölkerung leidet unter dem immer brutaler
werdenden Krieg und einer unvorstellbaren Hungersnot. Ijeomas Vater kommt bei einem Bombenangriff ums Leben.
Ihre Mutter kann nicht mehr für sie sorgen, und sie wird in ein entferntes Dorf zu Freunden der Familie geschickt. Dort
lernt sie Amina kennen, die gleichalt und auch alleine ist.
Zwischen Ijeoma, einer christlichen Igbo, und Amina, einer muslimischen Hausa, beginnt eine Freundschaft, die zur
Leidenschaft wird. Als diese aus ethnischen und gesellschaftlichen Grunden unmögliche Beziehung entdeckt wird, muss
Ijeoma zurück zu ihrer Mutter, die sie streng religiös erzieht. Ijeoma ist verzweifelt und findet bei der älteren Ndidi Trost,
die sie mit der geheimen homosexuellen Szene der Gemeinde bekannt macht. Doch der gesellschaftliche Druck und die
Angst davor entdeckt zu werden, sind zu groß, und so heiratet sie Chibundu, einen Freund aus Kindheitstagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.02.2019
Marie-Sophie Adeoso liest Chinelo Okparantas Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen zwei Mädchen vor dem Hintergrund des Biafrakrieges im Nigeria der späten sechziger Jahre mit Spannung. Die starken Figuren sowie die Sprache mit Wendungen aus dem Nigerianischen und dem Pidgin-Englisch findet sie ebenso überzeugend wie die analytische Tiefe, mit der die Autorin das Wirken religiöser und traditioneller Werte und Konventionen schildert. Der Übersetzung von Maria Hummitzsch und Sonja Finck attestiert sie eine gute Balance zwischen Original und Verständlichkeit. Den historischen Hintergrund findet sie allerdings nicht zwingend, so aktuell erscheint ihr die Identitätssuche der Mädchen.
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