E.C. Osondu

Dieses Haus ist nicht zu verkaufen

Roman
Cover: Dieses Haus ist nicht zu verkaufen
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2017
ISBN 9783884235508
Gebunden, 190 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch. Herausgebeben von Indra Wussow. Gelächter, Löffelklappern und Geschmatze dringen hinaus auf die Straße, Musik und Schüsse. Stimmen sind zu hören, die von Ndozo und Fanti und all den anderen Waisen, Witwen und Verwandten, die unter dem Dach des Großvaters Zuflucht gesucht und Arbeit gefunden haben. Es ist ein Haus, das in E.C. Osondus Romandebüt zur Hauptfigur avanciert, das zum Schauplatz wird und zum Symbol für das Vergehen der Zeit - aber alles andere als ein gewöhnliches. Begehbar wie separate Zimmer werden die einzelnen Schicksale seiner Bewohner und durch sie das Panorama eines Arbeiterviertels mit seinen Routinen und Bräuchen in einer namenlosen afrikanischen Großstadt aufgerollt. Es wird gehandelt und gefeilscht, gestritten und gekreischt, geheiratet und geliebt. Lebhaft geht es zu, zuweilen überschlagen sich die Ereignisse, doch durch die kindlich wache Erzählstimme bekommen auch Kindstötung, Totschlag und Diebstahl unverstellt ihren Platz, und die sich zahlreich zu Wort meldenden, aber namenlos bleibenden Nachbarn und Anwohner übernehmen die vermittelnde Rolle des Chors in der griechischen Tragödie.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2017

Kunstvoll komponiert findet Rezensentin Renate Wiggershaus E. C. Osondus Hommage an Nigeria und afrikanisches Leben als solches. Die sechzehn im Buch enthaltenen Geschichten über die Bewohner eines Herrenhauses am Rand einer afrikanischen Stadt (Lagos, vermutet die Rezensentin), berichten von den Schicksalen der Familienmitglieder um einen alten Patriarchen, erklärt Wiggershaus. Erzählt wird aus Sicht des kindlichen Enkels, so Wiggershaus weiter, die dem Kampf der Figuren ums Dasein mit Spannung folgt. Dass die Schicksale durch die Kinderperspektive weniger dramatisch erscheinen, vielmehr komisch und bizarr, gefällt der Rezensentin. Ein vielstimmiger Chor von Nebenfiguren erinnert Wiggershaus an die orale Tradition Afrikas.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2017

Ärgerlich findet Tobias Döring diese als Roman getarnte Geschichtensammlung. Dass der Autor sämtliche Klischees einer Literatur über Afrika nachbetet, kann er kaum fassen. Osondus hauptsatzseliger Märchenonkelton, seine magisch-animistischen Storys über Könige und Wildschweine und lauter Figuren, die kaum etwas miteinander zu tun haben, können Dörig nicht begeistern. Dass die "Stadtkulisse", vor der der Autor erzählt, Lagos sein könnte, wie Döring vermutet, tut eigentlich auch nichts zur Sache.
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