Christian Berkel

Der Apfelbaum

Roman
Cover: Der Apfelbaum
Ullstein Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783550081965
Gebunden, 416 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Berlin 1932: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort stirbt man schnell an Hunger oder Seuchen, wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter. Kurz vor Kriegsende gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt mit dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. Dort versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrtzurück. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Rezensentin Melanie Mühl genügt die gründlich recherchierte dramatische Liebes- und Familiengeschichte in Christian Berkels Roman voll und ganz. Überflüssig, dass sich der Autor als fragende, dozierende Stimme einmischt, findet sie. Das Mitfühlen und -sehnen mit den beiden Hauptfiguren, die der Lauf der Geschichte kräftig mitnimmt und die dramaturgisch gekonnte, leichthändige Anlage des Buches haben Mühl bereits von Berkels literarischen Qualitäten überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.11.2018

Die Familie des Schauspielers Christian Berkel bietet tollen Stoff, das ist für Felix Stephan keine Frage: Der Großvater war anarchischer Nudist auf dem Monte Veritá und Liebhaber von Erich Mühsam, die Großmutter kämpfte mit den Internationalen Brigaden in Spanien, die Tante arbeitete für Hermès in Paris und die Eltern verloren sich in der Nazizeit, um sich erst in den Fünfziger Jahren wieder in Berlin zu begegnen. Trotzdem gefällt dem Rezensenten nicht, was Berkel daraus macht: Versiert geplottet und mit dynamischen Dialogen ist der Roman in seinen Augen nicht nur überproduziert wie ein "deutscher Oscar-Kandidat", sondern auch so unhistorisch: Der Nationalsozialismus wird hier zu einer schicksalhaften Macht, die weder geschichtliche noch politische Akteure kennt, moniert Rezensent Stephan. Und wenn dann nur gute.
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