Christian Borchert hat eine höchst eindrucksvolle Chronik ostdeutscher Lebenswirklichkeit hinterlassen. Seine Fotografien dokumentieren exakt und unaufgeregt den Alltag in der DDR und in der Wendezeit, vor allem in Dresden und Berlin. Jedes Bild weckt bei dem Betrachter eine Vielzahl eigener Erinnerungen. Im Mittelpunkt steht der Mensch-sei es als Persönlichkeit, in der alltäglichen Situation oder in den Spuren, die er im Raum hinterlässt. Die Aufnahmen Borcherts zeugen dabei von einem besonderen Sinn für die Geschichtlichkeit des unabwendbar vergehenden Moments.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2011
Claudia Thomas freut sich über gleich zwei Fotobände, die das Alltagsleben in der DDR dokumentieren. Jens Bove hat nun Arbeiten des 2000 verstorbenen Christian Borchert aus der Deutschen Fotothek in Dresden herausgegeben, die nicht nur den Wiederaufbau der Semperoper, sondern auch das Leben von ausgewählten Familien über einen längeren Zeitraum dokumentieren. Nach der Wende fotografierte er zudem Reste der DDR-Realität, die sich noch nicht gänzlich dem Westen angepasst hatte, so die Rezensentin angetan. Dabei würden viele Aufnahmen ihren besonderen Wert erst beim zweiten Hinsehen offenbaren, verspricht Thomas eingenommen.
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