Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. Ein Roman über die Psychologie des Bösen. Ein Roman, in dem vier Frauen sich das Leben gegenseitig zur Hölle machen. Iben, Malene, Anne-Lise und Camilla, vier Frauen, die zusammen im Dänischen Zentrum für Information über Völkermord arbeiten. Iben und Malene sind enge Freundinnen, die sich im Büro die interessanten Aufgaben zuschieben. Eines Tages erhält Iben per E-Mail eine Morddrohung. Zunächst geht sie davon aus, dass der Absender ein serbischer Kriegsverbrecher sein muss. Bald aber schließen Malene und sie auch Anne-Lise als Schuldige nicht mehr aus. Ein psychologischer Thriller, der mit dem Skalpell geschrieben ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.08.2006
Monatelang stand Christian Jungersens Roman an der Spitze der dänischen Bestsellerlisten, informiert Peter Urban-Halle, und er kann zumindest teilweise auch nachvollziehen, warum. Nicht nur sei das Thema, eine Geschichte über Mobbingversuche im Büro, mit Instinkt für aktuelle Debatten ausgewählt, sondern auch "psychologisch einsichtig" behandelt. Von der Angst vor der Arbeitslosigkeit bis zur Eifersucht, die Angestellte der Arbeitswelt plagt, bis zu den "seelischen Abgründen" des Mobbings: Jungersen beschreibe diese Zustände offenbar präzise und mit wachem Blick. Inhaltlich also eine Eins, literarisch aber eher eine Fünf, wie Urban-Halle zu ihrem nachhaltigen Bedauern feststellen muss. Dass die 700 Seiten ausschließlich im Präsens gehalten sind, quält sie ebenso wie die "unbedarfte, poesiefreie" Prosa. Schade um die schöne Geschichte, meint der Rezensent.
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