Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger. Erik Fosnes Hansen begibt sich in das Reich der Fantasie und der reinen Fiktion. Eine thrillerhafte Geschichte, die in einer Landschaft spielt, die den normalen Gesetzen der Physik und der Realität zu trotzen scheint und dem Leser dennoch sehr real und greifbar vorkommt. Ein Buch, das ganz anders ist als das meiste, was Sie jemals gelesen haben.Zwei reisende Goldmacher treffen auf einer Landstraße zufällig aufeinander und ziehen schließlich in die von Fürstin Clothilde regierte Stadt Jüterbog, in der die Untertanen durch Massage bei Laune gehalten werden. Heimlich beobachtet werden die beiden von einem Hund und einer Katze, die sich fragen, was die Ankunft der Männer bedeuten könnte. Bevor die beiden Goldmacher in der Lage sind, Unheil anzurichten, kommen weitere Figuren ins Spiel: ein armes, schwer krankes Mädchen und dessen unerzogener Bruder, ein Wachmann mit sprechender Warze sowie die Fürstin selbst, die so gelangweilt ist, dass sie sogar den Tod eines Untergebenen für etwas Abwechslung in Kauf nimmt. Eine unerwartete Szene folgt auf die nächste in diesem Roman, in dem alles wie im Traum geschieht, aus dem man sich wünschte, nicht aufzuwachen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2022
Rezensent Matthias Hannemann staunt nicht schlecht über die Fabulierfreude von Erik Fosnes Hansen. Dessen neuer Roman, im Original von 2020, ist nicht nur unterhaltsam und clownesk, weil es das brandenburgische Jüterbog zum Zentrum einer Steampunk-Story mit Goldmachern, Geheimdiensten und sprechenden Tulpenzwiebeln macht, sondern auch beseelt von einem märchenhaften Erzählton, wie man ihn von Hansen schon kennt und schätzt, meint Hannemann. Dass Hansen seine einfallsreiche Geschichte zusammenzuhalten weiß, Thriller-Elemente und allerhand Überraschungen für den Leser einbaut, macht das Buch für Hannemann zu einer äußerst kurzweiligen Angelegenheit.
Wolfgang Schneider ist zunächst hin und weg von Erik Fosnes Hansens neuem Roman und seiner sprachwitzigen Fantasie, die fünf gern gerade sein lässt. Die haarsträubende Story über zwei alchemistisch begabte Goldmacher in der brandenburgischen Provinz macht Schneider genau so lange Freude, wie der Autor ihm vermitteln kann, dass er eine bessere als die physikalisch und biologisch bestimmte Welt zu entwerfen weiß. Das ist für Schneider teils kafkaesk, teil einfach skurril, wenn der Brotteig zu sprechen beginnt und die Zeitungen fliegen. Leider schwindet bei Autor und Text die Überzeugungskraft, sodass sich bei Schneider nach 200 Seiten Ermüdungserscheinungen zeigen. Der zweite Teil des Romans erscheint ihm nur noch konventionell und in einem schlechten Sinn ausgedacht.
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