Das Verstummen in seinem neuen Gedichtband ist kein blasses, kein verblassendes, sondern ein blitzhelles, ein ekstatisches. Es ist eine erotische Hingabe an die im Aussprechen sich erhellende Nacht. Und es ist ein so poetischer wie politischer Aufschrei gegen das Morden, gegen die Gewalt, gegen den Krieg. Ein verstummender Aufschrei gegen das Verstummen, angesichts einer Gewalt, die alle Sprache zerschlägt. Seine Gedichte und Gedanken besinnen sich akut und immer neu darauf, was es heißt, überhaupt miteinander und zueinander sprechen zu können.Ein Grab Europa. Ein Massengrab Geschichte.Begraben das Abendland, der Tage Gastfreundschaft, der Fremden Nähe in die Nacht. Verendet, sprachlos, im Klirrender Kriege, alles Menschliche, alle. Hinter der Kälte keine Nachfahren. Farnzeit wieder. Schuttgebirge.KrIstall.
Rezensent Michael Eggers empfiehlt diese neue Gedichtsammlung von Christian Uetz als intensive, fordernde Lektüre, die man "in kleinen Dosen" genießen sollte. Die formal streng gebauten, optisch "zugespitzten" Texte folgen keiner linearen Logik, sondern lassen "der Sprache selbst die Regie" und entfalten ein obsessives Spiel aus Eros, Transzendenz und Sprachreflexion, erfahren wir. Immer wieder spricht ein unbestimmtes "du" an, zugleich irdisch und göttlich, in Versen von masochistischer Hingabe und spiritueller Sehnsucht. Oft faszinierend, manchmal erheiternd, mitunter ermüdend, aber unverwechselbar, staunt Eggers. Das Europa-Gedicht findet der Kritiker sehr eindringlich: "Ein Grab / Europa. Ein / Massengrab Geschichte. / Begraben das Abendland, der Tage". Uetz' Nähe zu Hölderlin und Rilke ist spürbar, doch letztlich modernistisch gebrochen, so Eggers.
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