Es beginnt, wie es häufig beginnt. Einer sieht eine, und schon fängt es an. Sie verbringen Zeit miteinander, und dann wollen sie nicht von einander lassen. Bis dieses Wollen sie verlässt, und zwar einseitig. Aber nicht ganz, damit es auch immer schön möglich bleibt, das Wollen-Können bald wieder, wenn sie Lust dazu hat. Ich rufe Dich an, mach's gut, bis bald. - Ja, schon gut, mach's gut. Und dann steht dann einer da, hat unendlich viel mehr Kraft in sich und auch über für diese Geschichte, die da gerade erst angehoben hat, ihm Alles zu bedeuten. Aber wohin mit der Kraft? - Zu ihr!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.03.2011
Mit Roland Barthes' "Die Lust am Text" ausgerüstet, begibt sich Roman Bucheli unerschrocken ins Gelände von Christian Uetz' jüngstem Parforceritt durch die Höhen und Tiefen des "Eros und des Thanatos", und er ist ganz offensichtlich ziemlich beeindruckt. Indem er die Lust des Erzählers in Wollust, Liebe in Verzweiflung kippen lässt - und dabei an blasphemischen, drastischen oder kalauernden Wortfindungen nichts auslässt, wie der Rezensent feststellen kann -, stehe Uetz' Buch einem Schundroman in nichts nach. Wie er diese Tumulte aber in ekstatischer Sprache nicht abbildet, sondern nachvollzieht, der Selbstverlust des Ichs im Liebesrausch in einen schöpferischen Sprachakt gegossen wird, das ringt Bucheli Respekt ab. Nur ganz selten gerät der Autor bei seinen hymnischen Beschwörungen dabei in Flugbahnen höheren Unsinns, insgesamt überwiegt aber beim faszinierten Rezensenten der Eindruck einer ungeheuer anschaulichen und sprachmächtigen Nachbildung einer "sexuellen Obsession".
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