Der große Friedrich Schiller zeigt Wege aus der Kreditklemme: Als von Geldsorgen geplagter Anfänger verschickt Schiller zahlreiche Briefe an Freunde, Gläubiger, Verleger, Theaterleiter bis hin zu Landesherren. Er bittet um Rotwein oder einen Pelzmantel, vor allem aber fordert er Vorschüsse und Stundungen oder bettelt um Darlehen und höhere Honorare. Gekonnt und stilsicher zieht er dabei alle Register der Schreibkunst: mal unterwürfig-verschämt, mal als selbstbewusster Bestsellerautor. Die kommentierte Briefauswahl zeigt auf unterhaltsame und informative Weise den Aufstieg Schillers zum renommierten Dichter mit Adelstitel.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.09.2009
Wer dringend eine Finanzspritze braucht, aber nicht weiß, wie er potentielle Unterstützer darum bitten soll, der findet Inspiration in Christiana Engelmanns Sammlung von Schillers Bitt- und Bettelbriefen, weiß Jens Bisky. Dass Schiller hoch verschuldet und unfähig war, mit seinem Vermögen hauszuhalten, sei allseits bekannt, aber die sorgfältig edierten Briefe geben zusammen mit den kommentatorischen Beigaben der Herausgeberin, Übersicht über Lebenshaltungskosten und Münzen seinerzeit, ein klareres Bild über die finanziellen Engpässe des Dichters, lobt Bisky. Besondere Aufmerksamkeit verdienten aber die Illustrationen von Gottfried Müller, die das Buch zum "außergewöhnlichen Vergnügen" machen. Sie seien vortrefflich pointiert, ohne Schiller zu degradieren. Für den Rezensenten geriet die Lektüre, gemeinsam mit den geistreichen und charmanten Illustrationen, zum regelrechten "Glücksfall".
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