Klappentext
Dreizehn CDs mit einer Laufzeit von 14 Stunden und 44 Minuten. Zweisprachig. Wie klang Walt Whitman, als er vor über 120 Jahren sein Gedicht "America" in das Aufnahmegerät von Thomas Edison sprach? Wie klingt James Joyce, der sein unsprechbares Gedicht aus "Finnegan's Wake" liest? Oder der mikrofonscheue Samuel Beckett, der ein Gedicht aus "Watt" vorträgt? "The Poets' Collection" versammelt sie alle: 94 englischsprachige Lyrikerinnen und Lyriker, seltene Sprachaufnahmen, die in mehrjähriger Recherche zusammengetragen wurden. Ein Kaleidoskop, eine zeitliche wie geographische Reise durch das letzte Jahrhundert wie durch die englischsprachige Welt.
Mit Gedichten von Alfred Lord Tennyson, Robert Browning, Walt Whitman, William Butler Yeats, Rudyard Kipling , Edgar Lee Masters, James Weldon Johnson, Walter de la Mare, Gertrude Stein, Robert Frost, Carl Sandburg, Wallace Stevens, James Joyce, William Carlos Williams, Ezra Pound , H.D. (Hilda Doolittle), Robinson Jeffers, Edith Sitwell, Marianne Moore, T. S. Eliot, Conrad Aiken, Edna St. Vincent Millay, Archibald Macleish, Dorothy Parker, E. E. Cummings, Robert Ranke Graves, Louise Bogan, Ernest Hemingway, Langston Hughes, Ogden Nash, Louis Zukofsky, Patrick Kavanagh, Samuel Beckett, W. H. Auden, Louis MacNeice, Elizabeth Bishop, John Cage, Karl Shapiro, Delmore Schwartz, Muriel Rukeyser, Dylan Thomas, James Laughlin, Robert Lowell, Gwendolyn Brooks, Lawrence Ferlinghetti, Charles Bukowski, Richard Wilbur, Jack Kerouac, Philip Larkin, Denise Levertov, Michael Hamburger, Kenneth Koch, Robert Creeley, Robert Bly, Allen Ginsberg, Frank O'Hara, Charles Tomlinson, John Ashbery, W. S. Merwin, James Wright, Anne Sexton, Peter Porter, Adrienne Rich, Thom Gunn, Derek Walcott, Gregory Corso, Gary Snyder, Ted Hughes, Harold Pinter, John Updike, Geoffrey Hill, Sylvia Plath, Mark Strand, Leonard Cohen, C. K. Williams, Roger McGough, Charles Simic, Les Murray, Seamus Heaney, Michael Longley, Clive James, Margaret Atwood, Joseph Brodsky, Derek Mahon, Eiléan Ní Chuilleanáin, Louise Glück, Michael Ondaatje, Anne Waldman, James Fenton, Paul Muldoon, Rita Dove, John Burnside, Don Paterson, Simon Armitage. Gelesen von den Autoren, Wolfram Koch, Bibiana Beglau, Axel Milberg, Shenja Lacher, Stefan Wilkening, Hanns Zischler, Jan Wagner, Barbara Köhler, Mirko Bonné, Durs Grünbein, Alissa Walser, Ulrike Draesner u. v. a.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Ganze 130 Jahre umspannt diese Anthologie englischsprachiger Lyrik, und das bedeutet, wie Rezensent Tobias Lehmkuhl selbst kaum fassen kann, dass mit Walt Whitmans Rezitation seines "America"-Gedichts immerhin auch ein Zeitgenosse Georg Büchners zu hören ist. Toll findet er auch, wie die Dichter bei den frühesten Aufnahmen noch gegen die lauten Wachswalzen der Phonographen anbrüllen mussten, als stünden sie "in schwerstem Geschützdonner". Wenn er dann den Stimmen von W.B. Yeats W.H. Auden, Joseph Brodsky und Allen Ginsberg lauscht, bemerkt Lehmkuhl, dass es eigentlich beim Rezitieren keine Moden gab, sondern nur persönliche Stile: Wolkiges Tremolo bei Robert Browning, Sachlichkeit bei Gertrude Stein, antrainiertes Highbrow-Idiom bei T.S. Eliot. Die deutschen Übersetzungen, die von prononcierten Stimmen wie Michael Krüger, Martin Wuttke, Hanns Zischler oder Bibiana Beglau gelesen werden, sieht Lehmkuhl über alle Kritik erhaben und höchstens Geschmacksfragen unterworfen.