Playstation
Gedichte

Berenberg Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783949203992
Gebunden, 136 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Spanischen von Heinrich von Berenberg. Wiedersehen mit einer Autorin, die uns Glück gebracht hat - vor genau zwanzig Jahren mit einem phänomenalen Nachruf zu Lebzeiten auf "Die Zigarette ": unser erster Bestseller! Zum Verlagsjubiläum erscheint, zweisprachig, ein Gedichtband dieser preisgekrönten Exilantin aus Montevideo, einer der bedeutendsten Lyrikerinnen überhaupt. "Playstation" ist ein fantastisches Kaleidoskop: mitten aus der Stadt (Barcelona), vielstimmig, vielgestaltig: autobiografische Monologe voll schwarzem Humor, Begegnungen mit der Liebe, den Frauen, sich selbst, und immer wieder mit der heiligen, nervtötenden Literatur. Im Hintergrund stets zur Hand: die "Playstation" - Trost für inzestuöse Träume, Passionen und Enttäuschungen, die Niederungen des Literaturbetriebs, Helden und Schurken von einst, das Spiegelbild am Abend eines wilden Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2025
Cristina Peri Rossis Gedichte erinnern den Kritiker Christian Metz ein wenig an Joseph Roth. Auch diesem ging es darum, im Sinne der Neuen Sachlichkeit, nicht zu erfinden, sondern genau zu beobachten. Rossis Gedichte leben nicht nur von solch detaillierten Observationen, sondern auch von einem "sanften Ernüchterungsschauder", der den Kritiker überkommt, wenn die Poetin aus Uruquay "Bedeutsamkeit inszeniert", um dann "pointensicher" in alltäglicher Banalität zu landen. In diesem im spanischen Original schon 2009 erschienenen Band entsteht ein umfassendes Lebensporträt der Dichterin zum Beispiel, wenn sie darüber dichtet, wie sie ihre Bibliothek verschenkt: "Ich liebe sie gern auf Abstand". Ebenso sind Liebesgeschichten Teil des dichterischen Selbstverständnisses, wie auch die Phase mit einem gebrochenen Bein, die vor der Playstation verbracht wird, "ab und zu überfährt mich ein Auto." Metz schwärmt dabei von mitreißenden sprachlichen Schlagfertig- und Eigensinnigkeit wie auch die Übersetzung des Verlegers Heinrich von Berenberg und schließt mit der Empfehlung, sich von diesen Gedichten zu einem Gespräch über Poesie anregen zu lassen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.01.2025
2021 hat Cristina Peri Rossi den Premio Cervantes bekommen, im deutschsprachigen Raum ist sie jedoch immer noch relativ unbekannt. Das muss sich ändern, findet Rezensentin Katharina Döbler - hoffentlich mit diesem herrlichen, schnoddrig-poetischen Lyrikband, den Verleger Heinrich von Berenberg mit viel Feingefühl und Verständnis ins Deutsche übertragen hat, so die Rezensentin. Eine Herausforderung, denn Peri Rossis Gedichte sind oft von einer versteckten Feinheit, von einer Abgründigkeit, die unter dem Alltäglichen lauert. Ja, hier findet auch das vermeintlich Profanste Eingang in die Poesie, beschreibt Döbler: Zum Beispiel wenn das Meer an einem Urlaubsort bei Tag nach Spiegelei riecht. Peri Rossi dichtet witzig, oft mürrisch, spottend, herrlich lakonisch - über Liebe, Literatur und andere Begegnungen, und nimmt dabei wenig Rücksicht auf Befindlichkeiten, Grenzen oder Konventionen. Was wie in die Lyrik gehört, bestimmt sie. "Ein Genuss", jauchzt die Rezensentin.