Entstehung und Rezeption eines ästhetischen Konzepts im bildungsbürgerlichen Kontext des 19. Jahrhunderts stehen im Mittelpunkt. Rekonstruiert wird die Geburt von Burckhardts Kunsturteil aus dem Geiste seiner Italienerfahrung. Der "Cicerone" wird untersucht als konservierende Neuordnung des italienischen Formenbestandes und somit als Thesaurus des Bewahrenswerten in einer Zeit politischer und ästhetischer Umbrüche; die sogenannte Kunst nach Aufgaben als polemische Abwehr gegen den modernen Künstler und seine überschießende Einbildungskraft; Burckhardts Führer als Guide zur genußvollen Kunsterkenntnis und als Anleitung zur richtigen Bautätigkeit für zeitgenössische Architekten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2000
Dieses Buch kann die Lektüre von Burckhardt `Cicerone` nicht ersetzen, stellt Gerrit Walther klar. Aber dies ist auch nicht der Anspruch der Autorin. Vielmehr geht es ihr darum, so der Rezensent, aufzuzeigen, wie es Burckhardt gelungen ist, einerseits die Kunstwerke Italiens zu katalogisieren und gleichzeitig den Genuss einer sinnlichen Wahrnehmung bei ihrer Betrachtung zu vermitteln. Ähnlich wie Burckhardt selbst habe Tauber hier keine auf Vollständigkeit abzielende "Materialbändigung" vorgenommen, sondern in einzelnen "geschliffenen Essays" verschiedene Aspekte beleuchtet. Besonders aufschlussreich findet es der Rezensent, dass Tauber durch den Vergleich mit verschiedenen früheren Texten Burckhardts die Herausbildung eines ästhetischen Urteilsvermögens des Autors aufzeigt. Darüber hinaus weist er auf eine "der spannendsten Passagen ihres Buches" hin, in der Tauber Burckhardts Versuche darstellt, sich in die Welt der Künstler zurückzuversetzen und die seinerzeit an ihn gestellten Aufgaben nachvollziehbar zu machen: denn erst dies mache aus einem Konsumenten der Kunst einen wirklichen Genießer. Hier stellt die Autorin, so Walther, auch einen Bezug zu Goethe her, nicht zuletzt, weil Burckhardt dessen "Italienische Reise" teilweise "buchstäblich nachgespielt" hat. Kritisch findet es Walther jedoch, dass Tauber bisweilen mit "ihrem Helden persönlich hadert" und seine Ablehnung der Moderne mit Neid auf die Kunstschaffenden erklärt.
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