Während das "antidemokratische Denken" in der Weimarer Republik gut erforscht ist, wissen wir über die Denkweisen und Motive ihrer Befürworter nach wie vor so gut wie nichts. In dieses Forschungsdefizit stößt dieser Band. Seine Beiträge behandeln das "demokratische Denken" in Rechtswissenschaft, Geschichtswissenschaft, Philosophie ebenso wie in der gerade erst entstehenden Soziologie. Der Band basiert überwiegend auf den Beiträgen einer Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2001
In einer sehr inhaltsreichen Rezension setzt sich Kurt Sontheimer mit diesem Buch, das er einen "gewichtigen Band" nennt, auseinander. Zwar habe sich die Forschung schon ausgiebig mit antidemokratischem Denken in der Weimarer Republik befasst. Über das demokratische Denken gebe es jedoch erst wenig Aussagekräftiges. Sontheimer weist darauf hin, dass sich die Autoren "aus methodisch verständlichen Gründen auf die Demokratiediskussion innerhalb der deutschen Staatsrechtslehre" beschränken, wofür er durchaus Verständnis zeigt. Drei Aspekte dieses Bandes hebt Sontheimer besonders hervor: So lobt er das "hohe wissenschaftliche Niveau" und die Tatsache, dass die Autoren auf "jede besserwisserische Kritik" verzichtet hätten. Darüber hinaus sieht der Rezensent eine der großen Stärken dieses Bandes darin, dass gezeigt werde, wie wichtig die Beleuchtung des Problems der Demokratie in der Weimarer Republik von dem Erkennen "ihrer jeweiligen Gegenwart" abhängt und nicht aus heutiger Perspektive abgeleitet werden kann.
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