Theodor W. Adorno, Ludwig von Friedeburg

Theodor W. Adorno, Ludwig von Friedeburg, Briefwechsel 1950-1969

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Cover: Theodor W. Adorno, Ludwig von Friedeburg, Briefwechsel 1950-1969
Suhrkamp Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783518588130
Gebunden, 194 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Unmittelbar nach der Rückkehr des Instituts für Sozialforschung aus dem US-amerikanischen Exil nach Frankfurt bewarb sich ein junger Student bei Theodor W. Adorno um Mitarbeit: Ludwig von Friedeburg, Sohn des letzten Oberbefehlshabers der deutschen Kriegsmarine und selbst deren jüngster U-Boot-Kommandant im Zweiten Weltkrieg. Das erste gemeinsame Projekt war das berühmte "Gruppenexperiment", jene von den US-Besatzungsbehörden finanzierte Studie, mit der die Demokratiefähigkeit der deutschen Bevölkerung nach NS-Diktatur, Vernichtungskrieg und Völkermord ermittelt werden sollte. Nach Abschluss des Vorhabens schrieb von Friedeburg begeistert von dem "ganz besonderen Geist" des Instituts für Sozialforschung und von der "geradezu beispielhaften Art des Teamworks in ihm". Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit und freundschaftlichen Beziehung, die bis zu Adornos Tod währte, wie die in diesem Band versammelten Briefe, Memoranden und Gesprächsprotokolle zeigen. Darüber hinaus dokumentieren sie die Geburtsstunde der empirischen Sozialforschung in der Bundesrepublik und lassen erkennen, wie maßgeblich die beiden an der Neugründung der Soziologie als akademischer Disziplin beteiligt waren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2024

Rezensentin Kira Kramer empfiehlt den von Dirk Braunstein und Maischa Gelhard herausgegebenen Briefwechsel zwischen Theodor Adorno und Ludwig von Friedeburg. Kramer lobt den umfangreichen Anhang mit ergänzenden Dokumenten und Erläuterungen und freut sich über den Einblick in den "Neubeginn der Soziologie" in Deutschland nach Hitler sowie über die Ansicht einer Freundschaft. Die enge Verbundenheit der Briefpartner, Adornos Achtung vor Friedeburgs Weg aus der Hitler-Diktatur, Friedeburgs Faszination für die "Neue Linke" in den USA, aber auch der schnöde akademische Alltag am IfS werden für Kramer in dieser Korrespondenz sichtbar.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 28.05.2024

Wichtige Aufschlüsse über die Entwicklung der empirischen Sozialwissenschaften ermöglicht laut Rezensent Wolf Lepenies der von Dirk Braunstein und Maischa Gelhard herausgegebene Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und dessen Schüler Ludwig von Friedeburg. Lepenies zeichnet zunächst den Lebensweg Friedeburgs nach, der im Dritten Reich vom Hitlerjungen zum U-Boot-Kapitän avancierte, später jedoch, wie Adorno in Gutachten beschrieb, aus innerem Antrieb zur Aufklärung fand. Friedeburgs Interesse an empirischer Forschung leitet sich, rekonstruiert Lepenies nach der Lektüre, direkt aus den Reeducation-Bemühungen der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg ab, später wird er am Frankfurter Institut für Sozialforschung Leiter einer Abteilung für empirische Sozialwissenschaften. Der Briefwechsel zeigt Lepenies zufolge auf, dass die Frankfurter Schule den Kontakt zur Empirie suchte, um nicht in Ideologie zu erstarren. Auch über den universitären Alltag und Adornos sorgsamen Umgang mit dem jüngeren Schüler lernt Lepenies einiges aus dieser schönen Veröffentlichung.

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