Coito, ergo sum - angeblich ist unsere Zeit in erotischen Dingen alles andere als zimperlich. Lust und Leidenschaft begegnen uns täglich in Werbung, Presse, Literatur und Fernsehen. Doch gibt es dafür ein angemessenes erotisches Vokabular, und wie hat es sich im Lauf der Zeit verändert? Was ist der Unterschied zwischen kourtoisieren, flirten, anbaggern oder Hühner antesten, zwischen Rendezvous, Stelldichein und dem modernen Date? Christoph Gutknecht wagt sich in diesem Buch weit in jenen Bereich des "Volksvermögens" vor, in dem die Wirklichkeit gelegentlich die Parodie überholt. Er untersucht unanständige Witze, obszöne Wirtin-Verse (auch von Goethe, Büchner und Stifter), Kontaktanzeigen und natürlich den ganz gewöhnlichen (erotischen) Sprachgebrauch. Alle Menschen werden prüder (Schiller) wird man nach der Lektüre seines neuen Buches schwerlich behaupten können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004
Auch wenn Johannes Willms davon überzeugt ist, dass "kaum etwas weniger erotisch" sein kann, als eine etymologische Untersuchung erotischen Vokabulars, überzeugt ihn diese Sammlung "erotischer Wortgeschichten" in sechs Kapiteln dennoch durch ihren unterhaltsamen und aufklärerischen Wert. Der Autor Christoph Gutknecht räumt darin mit dem "leichtfertigen Irrtum" auf, das deutsche erotische Vokabular sei eher ärmlich, freut sich der Rezensent, wenn er auch einräumen muss, dass die erotischen Wortschöpfungen der Deutschen längst nicht so "subtil" sind wie die der Franzosen. Wenn Gutknecht dann auch darzulegen versucht, dass auch "erlauchteste deutsche" Schriftsteller wie Goethe oder Liliencron "bisweilen zu schweinigeln beliebten", ist das Glück des Rezensenten komplett, und er ist sicher, das vorliegende Buch wird ein "Klassiker dieses Genres".
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