Was am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles inszeniert wurde, war die wohl folgenreichste machtpolitische Revolution des 19. Jahrhunderts: die Gründung des deutschen Kaiserreiches. Während jahrhundertelang eine lose verbundene Ansammlung von Staaten der Mitte Europas ihr Gesicht gegeben hatte, war nun ein Nationalstaat entstanden, der durch seine Lage, Größe und wirtschaftliche Stärke den Kontinent nachhaltig veränderte. Wie konnte damals gelingen, woran zuvor Generationen gescheitert waren? Christoph Jahr erzählt die dramatischen Ereignisse neu, durch die Preußen Deutschland erzwang, und zeigt, wie die Reichsgründung bis heute fortwirkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2021
Für Rezensent Andreas Kilb bleibt Christoph Jahr in seiner Darstellung der "Deutschen Einigungskriege" mit Dänemark, Österreich und Frankreich zu sehr im Detail hängen. Zwar findet Kilb die Fokusverschiebung weg von Moltke, Bismarck, Roon hin zu Hans von Kretschmann etwa durchaus spannend, doch fehlt dem Rezensenten ein zwingendes Konzept im Buch. Gute Recherche, angenehme Schreibe, treffende Zitate sind eben nicht alles für den Historiker, die ein oder andere "triftige Einschätzung" wäre hilfreich, meint Kilb.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020
In einer Sammelbesprechung widmet sich Rezensent Gustav Seibt vier neuen Titeln zum Thema der Reichsgründung, insbesondere bestimmten Einzelaspekten und Motiven, da das meiste an dieser Geschichte von 1870/71 "auserzählt" sei: Christoph Nonns "12 Tage und ein halbes Jahrhundert", "Der Bruderkrieg" von Hermann Pölking und Linn Sackarnd, Erich Conzes "Schatten des Kaiserreichs" sowie Christoph Jahrs "Blut und Eisen". Letzteres nennt er "knackig-knapp". Er würdigt nicht nur die Darstellung des außenpolitischen Kontexts - die Weltmächte waren ihrerseits mit sich beschäftigt - sondern findet hier auch "gute Zitate", etwa von Marx und Engels, die sich mit der Bismarckschen Politik in ökonomischer Hinsicht beschäftigten.
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