Das Leben fing im Sommer an
Roman

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2025
ISBN
9783462007985
Gebunden, 256 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Der wärmste Sommer aller Zeiten, die erste große Liebe, eine Nacht, die alles verändert. Christoph Kramers Debüt katapultiert uns zurück in die Zeit im Leben, in der alles möglich schien und in der das größte Glück und die größte Verzweiflung ganz nah beieinanderlagen. Es ist der Sommer 2006, ein Hitzerekord jagt den nächsten, die Fußballweltmeisterschaft verändert das Land - und für den 15-jährigen Chris verändert sich gerade das ganze Leben. Er verbringt die Abende mit seinen Freunden auf dem Dach der alten Scheune und verschläft die heißen Tage im Freibad. Er will Fußballprofi werden, aber vor allem will er eins: endlich cool sein. Chris ist ein Teenager wie jeder andere auch, auf der Suche nach sich selbst. Dann passiert das Unfassbare. Debbie, das schönste Mädchen der Schule, interessiert sich ausgerechnet für ihn. Es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der Chris alles wagt und doch nie vergisst, was wirklich wichtig ist: Freundschaft und die Gewissheit, wirklich gelebt zu haben. Ein nächtlicher Roadtrip mit seinem besten Freund ist da ein guter Anfang ...
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Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 05.04.2025
Den Klassenerhalt in der obersten Literaturliga schafft Fußball-Weltmeister Christoph Kramer mit diesem Roman wohl eher nicht, hält Rezensent Andreas Rüttenauer fest: Es geht um "Jungsdinge", um einen 15-jährigen Ich-Erzähler im WM-Sommer 2006, der ebenfalls Christoph Kramer heißt und auch ansonsten viel mit seinem Autor gemeinsam hat. Chris hat sich in Debbie verknallt, Debbie küsst einen anderen, Chris ertrinkt in Gefühlen und unternimmt mit einem Freund einen Roadtrip, der in einer Disco endet, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernt - laut Rüthenauer die Handlung einer sehr vorhersehbaren "Schmonzette". Das Buch steckt voller Klischees und schiefer Formulierungen, so der Kritiker, aber verkaufen wird es sich durch Kramers Prominenz wohl so oder so, schließt er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.03.2025
Der Roman des Fußballers Christoph Kramer ist gleichzeitig fiktional und auch wieder nicht, beschreibt Rezensent Stephan Klemm diesen merkwürdigen Zwitter, bei dem der Autor einerseits betont, alles sei erfunden, aber gleicherhand darauf aufmerksam macht, die Handlung sei dem eigenen Leben entnommen. Der Protagonist ist ein 15-jähriger Fußballer, der so heißt wie sein Autor, erlebt im "heißesten Sommer aller Zeiten" 2006 das, was ungefähr alle Jugendlichen in diesem Alter erleben, erklärt Klemm. Das erste amouröse Abenteuer mit der gleichaltrigen Debbie entwickelt sich zu einem Road Movie mit Discobesuch, ganz nett, findet der Kritiker, ihm zufolge wohl am ehesten für Schülerinnen und Schüler der Unterstufe als "Anschauungsunterricht quasi" geeignet. Ein Buch, das eben vor allem von der Prominenz des Autors lebe, wird resümiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2025
Christoph Kramers Debütroman ist eine nostalgische Reise zurück ins Jahr 2006, schreibt Rezensent Jens Wohlgemuth. Der Fußballweltmeister von 2014 erzählt von Kratzeis, SchülerVZ und Fußballidolen wie Ballack und Gerrard. Doch Fußball bleibt eine Nebensache - im Mittelpunkt steht die Jugendliebe. Der Protagonist Chris verliebt sich gleich dreimal, erlebt chaotische Sommerferien und bricht mit seinem besten Freund zu einer verbotenen Autofahrt, beide haben keinen Führerschein, nach Düsseldorf auf, resümiert der Kritiker. Die Geschichte erinnert an Wolfgang Herrndorfs "Tschick" und fängt, lobt Wohlgemuth, mit viel "Authentizität" den Zeitgeist der Nullerjahre ein. Kramers Stil ist "präzise und bildhaft", aber manchmal "leicht pathetisch", moniert Wohlgemuth. Trotzdem, so der Kritiker, gelingt Kramer ein ehrliches Coming-of-Age-Roman - ein Sprung vom Fünfmeterbrett, vielleicht nicht vom Zehner, aber dennoch voller Herz und "immer ehrlich".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.03.2025
Rezensent Christopher Meltzer bespricht Christoph Kramers Romandebüt im Rahmen eines Berichts über ein Gespräch mit dem Autor. Das Buch ist nicht, stellt Meltzer klar, eines jener von Ghostwritern verfassten Büchern von Fußballern über ihre Karriere, sondern ein autobiografischer Coming-of-Age-Roman. Tatsächlich geht es um eine Zeit, in der Kramers Fußballkarriere ins Stocken zu geraten drohte, in den Blick gerät dafür ein ganz normaler Teeniealltag in den Nullerjahren, in denen es um Capri-Sonne, Yu-Gi-Oh und vor allem ein Mädchen geht, in das sich die Hauptfigur verliebt - und sie auch in ihn, die Beschreibung dieser Teenieromanze gefällt dem Rezensent ziemlich gut. Auch was im Buch passiert, wenn die Liebe zu Wut wird, sagt Meltzer zu. Große Kunst vom Format eines Clemens Meyer ist das, was Kramer hier zu Papier bringt, freilich nicht, räumt Meltzer ein. Letztlich ist Kramer, schließt Meltzer, auch als Romanautor vor allem Medienprofi und so viel Rummel, wie um dieses Buch veranstaltet wird, ist ihm der Erfolg jenseits aller Fragen nach der Qualität sicher.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 22.03.2025
So schlecht ist das doch gar nicht als Lob: Christoph Kramer - ja, der Fußballweltmeister des Jahres 2014 - "kann besser schreiben als Podolski singen". Das wäre ja schon mal ein Anfang, und Rezensent Elmar Krekeler ist zwar nicht gerade ergriffen von diesem Roman-Erstling Kramers, aber irgendwie hat er sich ganz gut unterhalten. Es ist dieser Rückblick auf die eigene Jugend, dieses unkaputtbare Coming-of-Age-Genre, das funktioniert wie ein Süßigkeit: Man will halt immer weiter lesen. Und die Zeitmarken sind genau bei Kramer. Der Roman spielt im Jahr 2006, zur Zeit des "Sommermärchens" (also der Fußball-WM 2006). "Die Songs. Die Klamotten. Theo's Pommesdöner-Imbiss" (das Apostroph ist wichtig), alles stimmt! Nun muss Kramer nur noch seine Jugendtagebücher weglegen und wirklich mal versuchen zu schreiben, rät der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 21.03.2025
Dass der Fußballer und nun Debütautor Christoph Kramer dem Kritiker Christoph Schröder grundsätzlich sympathisch ist, könne diesen langweiligen Roman leider auch nicht mehr retten, hält er fest: Kramer, Fußball-Weltmeister 2014, schreibt über den Heim-WM-Sommer 2006. Sein mit ihm identischer Ich-Erzähler ist 15 Jahre alt und kranke an der Pubertät und an ersten Liebesgefühlen, was hundert Leute vor ihm schon erzählt hätten, nur deutlich spannender. Beim ersten Kuss, so zitiert Schröder, ist von "Raketen" die Rede, die "an jeder einzelnen Stelle" des jugendlichen Körpers explodierten. Der Fußball hingegen sei weitgehend abwesend - ereignislos, unspannend und Kramer sollte sich lieber seinem Hauptberuf zuwenden als dem Schreiben, meint der Rezensent abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 20.03.2025
Freundlich bespricht Rezensent Volker Weidermann den Romanerstling des Fußballweltmeisters Christoph Kramer im Rahmen eines Textes über einen Besuch beim Autor. Das autobiografisch inspirierte, Episoden aus Kramers Jugend zu einer drei Tage umfassenden Romanhandlung verdichtende Buch spielt im Sommer 2006, in dem Deutschland Dritter bei der Fußballweltmeisterschaft wurde, Kramer selbst, damals ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent, allerdings sportliche Rückschläge hinnehmen musste. Fußball ist freilich gar nicht so wichtig in diesem Buch, stellt Weidermann klar, viel eher gehe es um Debbie, eine Mitschülerin, in die sich der Protagonist verliebt und die er, eine tolle Romanszene, im Kino küsst. Viel mehr wird zwar nicht daraus, aber wichtig ist Debbie schon für die Entwicklung des Protagonisten, lesen wir weiter, genau wie zwei Kumpels, mit denen er über Gott und die Welt redet. Im Weiteren beschreibt der Roman dann einen Road Trip im Stil von Herrndorfs "Tschick", erzählt Weidermann der das alles sehr authentisch findet - als sei es direkt aus Kramers Tagebüchern in den Roman geflossen. Insgesamt scheint Weidermann das Buch zu mögen, jedenfalls findet er den Gedanken nicht abwegig, dass Kramer auch in der Literatur Großes leisten könnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2025
Rezensent Moritz Baumstieger trifft sich mit Christoph Kramer, um über den ersten Roman des inzwischen nicht mehr aktiven Fußballprofis zu sprechen. Es handelt sich, das ist man von Fussballern nicht gewohnt, so Baumstieger, um einen Coming-of-Age-Roman: Der Protagonist heißt Chris Kramer und ist ein fußballverrückter Teenie, die Handlung spielt im Jahr 2006. Der Kritiker liest ein Buch, das mit Superlativen nicht geizt, der Liebeskummer knallt am heftigsten, das Mädchen, hinter dem Chris her ist, ist das hübscheste. Drei Tage im Leben der Hauptfigur werden beschrieben, insgesamt ist der Blick auf die Welt in diesem Buch ein positiver, nur gegen Ende wird angedeutet, dass die Zukunft, die inzwischen unsere Gegenwart ist, auch düstere Aussichten bereithalten könnte. Mit einer Wertung hält sich der Rezensent zurück, aber ganz abgeneigt scheint er dem literarischen Erstling Kramers nicht zu sein.