Christoph Ribbat

In den Tag

Eine kurze Geschichte des Aufwachens
Cover: In den Tag
Insel Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783458645849
Gebunden, 166 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aufzuwachen heißt, Tag für Tag aufs Neue zu einem Teil der Welt zu werden. Manchmal sind diese frühen Momente magisch und still und fast noch wie ein Traum. Oft aber schreckt man gestresst auf. Und die Influencer der Gegenwart empfehlen Morgenrituale zur Selbstoptimierung. Dieses Buch zeigt jedoch, dass das kein neues Phänomen ist. Schon in mittelalterlichen Klöstern wurde das Erwachen beobachtet, bewertet und effizienter gemacht.In den Tag erzählt von Intimität und Gesellschaft: im Bett, im Bad und beim Frühstück, wenn der Mensch noch nicht ganz wach ist und doch schon im Tag. Wir begleiten das Dienstmädchen des 19. Jahrhunderts bei seinen zahllosen morgendlichen Aufgaben. Wir treffen eine Pariser Künstlerin, die das zu früh zu muntere Kleinkind malt. Und wir erleben einen Beatle, der aus dem Bett steigt und gleich zum Klavier geht: mit einem Welthit im Kopf. Die früh aufstehende Person, so die Botschaft dieses Buchs, hat Zeit für Kreativität. Sie könnte aber auch noch ein bisschen schlafen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2026

Nur zu gerne erkundet Rezensent Bernhard Heckler das "Spannungsfeld Aufwachen" mit Christoph Ribbats Buch. Denn äußerst schlüssig und entspannt zeichne der Kulturwissenschaftler hier eine Geschichte der "Menschheit am Morgen" nach, die die Herrschaft des Weckers und entsprechender Glaubenssätze infrage stellt - denn "der frühe Vogel fängt gar nichts", wettert auch Heckler fröhlich: So habe morgendliches Glockengeläute nicht nur Siegmund Freud entnervt vom Tod des Papstes träumen lassen, sondern auch eine gesellschaftliche Diskussion über die "Glockenfolter" entfacht, wie der Rezensent erheitert liest; auch gebe es ganze indigene Kulturen, die das Aufwecken eines anderen Menschen untersagen, weil dadurch seine Seele gestört werden könnte; und schließlich sei auch ideen- und kunstgeschichtlich Großes oft nicht im Wachzustand, sondern im Schlaf entstanden, wie etwa die Melodie zu "Yesterday" von Paul McCartney. Für den Kritiker und bekennenden Langschläfer eine überaus wohltuende Lektüre, die er aber auch allen Lerchen empfiehlt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026

Rezensentin Maria Wiesner empfiehlt Influencern und deren Followern Christoph Ribbats Buch rund um den Schlaf. Nicht systematisch, sondern anekdotisch nähert sich Ribbat laut Wiesner seinem Thema und reiht munter Geschichten über den Frühaufsteher Benjamin Franklin und den Melodienträumer Paul McCartney aneinander. Auch wenn Wiesner keine historisch-soziologische Studie erhält - wie Schlaf und Moderne zusammenhängen, erschließt sich ihr beim Lesen dennoch, und dass Selbstoptimierung bereits im Schlaf beginnt, weiß sie spätestens nach dieser Lektüre auch.

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