Aus dem Englischen von Hannes Meyer. Bei so einem Banküberfall möchte man auch mal dabei sein: Fünf Straßenakrobaten mit Clownsmaskenkapriolen von der Fußgängerzone bis in die Schalterhalle einer Glasgower Bank. Einer wirbelt im Salto über die Schutzabsperrung, alle haben plötzlich Waffen in der Hand, und ihr Anführer verkündet freundlich: "Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, Sie nehmen teil an einem Banküberfall." Doch die Räuber sind nicht nur Akrobaten, sie haben ihrem "Publikum" auch sonst einiges zu bieten: Die Geiseln werden mit einer Theatervorführung von Warten auf Godot bespaßt, während der Safe-Computer geknackt wird; und am Ende gibt es noch ein lustiges Kunstgemälde-Raten für alle. Die Polizei draußen findet die Geiselnahme naturgemäß weniger amüsant.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.10.2013
Fußballmuffel aufgepasst, die ersten Seiten von Christopher Brookmyres neuem Krimi "Die hohe Kunst des Bankraubs" werden eine Tortur, warnt Sylvia Staude, aber sie lohnt sich, fügt die Rezensentin wohlmeinend hinzu. Ein wenig fühlt sich Staude an Elmore Leonards Roman "Out of Sight" erinnert, den später Steven Soderbergh verfilmt hat: ein gutaussehender Bankräuber und eine taffe Polizistin sind im wilden Wettstreit, in dem sie immer versuchen, dem anderen einen Schritt voraus zu sein, fühlen sich aber sichtlich zueinander hingezogen und landen zwischendurch auch mal miteinander in der Kiste, was aber keineswegs dem Spiel ein Ende setzt, fasst die Rezensentin zusammen. Für diese raffinierten Ränke kann man sich auch mal ein paar Seiten über die Eigenheiten der Glasgower Fußballvereine abtrotzen, meint Staude.
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