Louise Erdrich

So war die Welt

Roman
Cover: So war die Welt
Aufbau Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783351042516
Gebunden, 495 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gesine Schröder. In Argus, North Dakota, dreht sich alles um eine heikle Vermählung. Kismet Poe steht vor einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben bestimmen wird: Gary, Footballstar der Schule und Erbe einer großen Zuckerrübenfarm, hat um ihre Hand angehalten. Die ganze Stadt ist auf den alles verzehrenden Süßstoff ausgerichtet - mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Auch Crystal, Kismets Mutter, verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Transport von Zuckerrüben, doch sie hat ganz andere Sorgen als den ökologischen Kollaps: Warum wollen Gary und seine Mutter unbedingt diese Hochzeit? Und warum spricht niemand über den schrecklichen Unfall am Fluss? 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.11.2025

Rezensentin Sylvia Staude hebt hervor, wie präzise Louise Erdrich ein ländliches Amerika zeichnet, in dem "weithin keine Stadt, kein Theater, kein Kino" existiert und die Menschen zwischen "Monstermaschinen" und glyphosatgrauem Boden ihr Auskommen suchen. Statt ökologischem Moralismus entsteht ein stilles Panorama des Alltags, getragen von Figuren wie der erschöpften Lastwagenfahrerin Crystal oder ihrer rätselhaften Tochter Kismet, die auf einen Heiratsantrag schlicht "na gut" sagt und später mit robustem Pragmatismus durchs Leben manövriert, lesen wir. Die Kritikerin schätzt Erdrichs Kunst, aus "Dingen, die einfach so passieren" Spannung und Humor zu gewinnen, etwa wenn die Torte für Kismets zögerliche Hochzeit mit dem Quarterback Gary Geist mal eben von einem Leichenschmaus geborgt wird. Zwischen Zeilen und Feldern wird spürbar, "dass der Mensch nicht gut ist für das Red River Valley"" oder für die Welt - aber Erdrich weiß das in lapidarer und leicht ironischer Manier in eine interessante Geschichte zu packen, ganz ohne zu predigen, lobt Staude abschließend. 

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