Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer, mit Fotografien von Claude Simon, herausgegeben und mit einem Vorwort von Brigitte Burmeister. "Simons literarische Werke favorisierten den Blick, das Sehen dergestalt, dass man sie 'Fotografie ohne Apparat' genannt hat. Seine in Sprache verwandelten Gedächtnisbilder sind isolierte Momentaufnahmen", schreibt Brigitte Burmeister im Vorwort zu diesem Band. In den Texten wird dieses Charakteristikum seines Schreibens besonders deutlich. Die in Deutschland ebenfalls erstmals veröffentlichten Fotografien von Simon zeigen in Verbindung mit den literarischen Konzentraten, wie stark sich Literatur aus der Bildlichkeit speist. Aus den Prosastücken lässt sich das poetische Prinzip Simons ablesen, dessen Literatur sich aus einer Vielzahl solcher scharfer Beschreibungen formt und gleichzeitig auch auf sie zurückführen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2014
Wahrheit, Illusion? Thomas Steinfeld findet beides aufs Schönste verknüpft in diesen kurzen, bislang auf Deutsch unveröffentlichten Texten des Literaturnobelpreisträgers Claude Simon. Wie der Autor hier nahezu fotografisch das Unverbundene festhält, auf dass es lesbar, sichtbar wird, scheint ihm bemerkenswert. So in einer Erinnerung Simons an die Weinbranddestillation im Garten seines Großvaters. Erinnerungstexte wie dieser, zusammengesetzt aus schillernden Augenblicken, sind es, die Steinfeld faszinieren, Destillate einer chaotischen, diskontinuierlichen Wirklichkeit, wie er schreibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2013
Helmut Mayer lernt den Autor Claude Simon kennen. Anhand der aus Anlass des 100. Geburtstags Simons in diesem Band erstmals vereinten Zeitschriftentexte geht das hervorragend, versichert Mayer. Zum einen, weil die Texte die große Zeitspanne von 1958 bis 1992 umfassen, zum anderen, weil sie für Mayer exemplarisch Simons Schnitt- und Verschränkungsechnik zeigen. Dass die im Band zu findenden Texte oft Eingang in Simons Romane gefunden haben, ist für Mayer ein zusätzlicher Reiz. Für Simon-Leser eine unverzichtbare Lektüre, meint er.
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