Benthiens Buch lotet die vielfältigen Dimensionen des Barocken Schweigens in Literatur, Künsten und anderen Diskursen aus. Die Studie begreift Schweigen nicht nur als diskursives Anderes, als nonverbale Kommunikation und rhetorische Kontrafaktur, sondern untersucht seine konkrete Eigendynamik. Auf fundamentalere Weise als in nachfolgenden Epochen berührt Schweigen im Barock das Problem der Repräsentation. Als Entzug von Darstellung ist es im Zeitalter der Eloquenz ein Grenzphänomen, das sich besonders in Paradoxien offenbart. Benthien berücksichtigt Quellen aus ganz unterschiedlichen Feldern wie Literatur, Emblematik, Bildende Kunst, Theater, Oper, Philosophie, Theologie, Mystik, Moralistik, Klugheitslehren, Enzyklopädik und Naturwissenschaften. Den Schwerpunkt bildet die deutschsprachige Literatur des 17. Jahrhunderts, insbesondere die Bereiche des Dramas und der Lyrik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2006
Eine "kluge und höchst anregende Studie" erblickt Christiane Kruse in Claudia Benthiens Buch über die Bedeutung des Schweigens im Barock. Wie sie berichtet, untersucht die Literaturwissenschaftlerin in vier großen Kapiteln sämtliche Facetten dieser bislang nur ungenügend erforschten Kommunikationsform, erkundet die Motivation des Schweigens, den Sinn der Stille und die Topoi der Unsagbarkeit: der Analyse von Bildern und Figuren des Schweigens folgt eine Darstellung des Motivs des Schweigens in Literatur und Theater, ein Kapitel über den Themenkomplex "Verschwiegenheit und Macht" und schließlich ein Kapitel über die "mystische Stille". Dabei gelingt es der Autorin nach Ansicht Kruses, das barocke Schweigen als einen hochdifferenzierten sprachkritischen Metadiskurs zu erhellen.
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