Aus dem Italienischen von Anna Leube und Dietrich Leube. Drei unwahrscheinliche, wahre Geschichten von der Welt "am Ende der Welt". Claudio Magris' Erzählungen handeln von außergewöhnlichen Menschen, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Patagonien auswanderten, um sich mit dem "Anderen" zu konfrontieren: Ob es der slowenische Ethnologe Janez Benigar ist, der sich mit einer Mapuche vermählt, der französische Anwalt Orélie-Antoine de Tounens, der sich zum König von Araukanien ausrufen lässt und einen hoffnungslosen Freiheitskampf initiiert, oder schließlich Schwester Angela Vallese aus dem Piemont, die ihr Leben für die verfolgten Ureinwohner Feuerlands opfert. Magris erzählt die erstaunliche Geschichte unbekannter Helden, die die Fremde zur Heimat machten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2025
Zunächst ist Rezensentin Maike Albath verwundert, dass Claudio Magris seinen neuen Erzählband in Patagonien und Araukanien spielen lässt, doch aus seinem Interesse für die (kulturellen) Verbindungen zwischen Europa und der "neuen Welt" hinaus ergibt das doch ziemlich viel Sinn, lernt sie. Eine der Geschichten handelt von dem Ingenieur Janez Benigar, der 1908 nach Südamerika übersiedelt, erfahren wir, er heiratet eine Frau aus dem Stamm der Mapuche und arbeitet gleichzeitig daran, deren kulturelle Traditionen zu bewahren und die Moderne zu integrieren. Das wird von Magris kenntnisreich und, angereichert um Leseempfehlungen und Exkurse zum geschichtlichen Hintergrund, fast eher essayistisch denn fiktional geschildert, lobt Albath. Auch die Geschichten um einen Franzosen, der sich selbst zum König von Araukanien krönt, um die Indigenen von den Kolonisatoren zu befreien, und eine Nonne, die sich für die Benachteiligten einsetzt, sind auf diese Weise gestaltet, gefallen der Kritikerin, die sich gerne mit Magris in die unbekannte "weiße Unterwelt" dieser Texte stürzt.
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