Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Argentinien, 1984. Pat Finnegan versteckt sich mit ihrer kleinen Tochter Miranda in einem Dorf in Patagonien vor einer mysteriösen Gefahr. Durch Zufall treffen die beiden auf Teo, einen Sprengmeister aus Buenos Aires, der sich unsterblich in Pat verliebt. Die beiden werden ein Paar, doch allmählich beginnt Teo an Pats Geschichte zu zweifeln. Ist Mirandas Vater wirklich tot, wie sie behauptet? Wovor genau ist Pat auf der Flucht? Marcelo Figueras entfaltet mit Herz und grandiosem Erzähltalent ein farbenprächtiges Panorama des Lebens, in dem sich der Leser lustvoll verliert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008
Nicht ganz glücklich zeigt sich Uwe Stolzmann mit Marcelo Figueras' jüngstem Roman, welcher vor dem Hintergrund des argentinischen Militärregimes spielt und sich als Versuch versteht, die Vergangenheit auszuarbeiten. Stolzmann überzeugt der Roman des 1962 in Buenos Aires geborenen Schriftstellers aus mehreren Gründen nicht: erstens wünscht sich der Rezensent weniger Pathos und weniger Klischee. Das "Märchenhafte" im Buch vertrage sich nicht mit Figueras ausgeprägtem Moralismus. Zweitens stört ihn, dass die vielen Erzählstränge am Ende nicht zusammenfinden. Das Buch erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach Ende der Dikatur nach Patagonien zieht und sich dort auf eine verhängnisvolle Liebe einlässt. Durch Rückblenden wird erzählt, wie das Regime das Leben einer Frau zerrüttete. Die Story, so Stolzmann, wirke "mager", und die esoterischen Elemente im Roman waren dem Rezensenten ebenfalls unangenehm. Besser gefallen hat Stolzmann da die Erzählung "Kamtschatka", in der man viel mehr über die Gesellschaft zur Zeit des Militärs erfahre.
Beeindruckt, wenn auch mit Einschränkungen, zeigt sich Rezensent Jürgen Berger von diesem Roman, der seinen "schillernden Kern" aus der Geschichte der Flucht einer jungen Frau mit ihrem in argentinischer Folterhaft durch Vergewaltigung gezeugten Kind bezieht. Im Hintergrund dieser in der Zeit nach 1983 spielenden Geschichte "positioniere" Marcelo Figueras "viel Zeitgeschichte", über 30.000 verschleppte Regimegegner und deren verschwundene Kinder, Biografien und Exkurse. Wesentliche Teile der Handlung sind seinen Informationen zufolge aber auch von fantastischen Märchenmotiven "überwuchert". Erst in der zweiten Hälfte findet der Roman seinem Eindruck nach zu sich selbst, beweist Figueras, dass er auch ein schnörkelloser Erzähler sein kann.
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